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Halb fünf, draußen ist es dunkel und es regnet seit dem Mittag. Der Spielplatz fällt aus, die Wohnung ist klein, und dann kommt der Satz, den alle kennen: Mir ist langweilig. Genau für diesen Moment steht hier eine Liste, die ohne Einkauf auskommt.
Die meisten Ideen brauchen nichts außer dem, was ohnehin herumliegt. Ein paar dauern zehn Minuten, andere füllen einen ganzen Nachmittag.
Was spielt man mit Kindern drinnen, wenn nichts vorbereitet ist?
Am schnellsten geht ein Spiel, das nur Sprache braucht: Ich sehe was, was du nicht siehst, Wörterketten, Pantomime. Danach kommen die Ideen mit Alltagsdingen, Klopapierrollen, Zeitung, ein Karton. Und erst zum Schluss die, für die man etwas aufbaut. In dieser Reihenfolge findest du unten alles wieder.
Sieben Spiele ganz ohne Material
Diese sieben funktionieren im Wohnzimmer, im Wartezimmer und im Hotelzimmer. Du brauchst nichts als eine Stimme.
- Ich sehe was, was du nicht siehst. Der Klassiker, und er funktioniert schon ab drei Jahren, wenn du bei Farben bleibst.
- Der Boden ist Lava. Nur auf Kissen, Teppichen und Stühlen bewegen. Vorher absprechen, was Insel ist und was nicht, sonst wird die Kommode zur Insel.
- Ich packe meinen Koffer. Jedes Kind wiederholt die Liste und hängt ein Wort an. Für kleinere Kinder reichen drei Dinge, für größere wird es schnell schwer genug.
- Pantomime raten. Berufe, Tiere, Lieblingsfiguren. Wer nicht raten will, darf vormachen, das ist meistens der beliebtere Teil.
- Warm und kalt. Ein Gegenstand wird versteckt, der Rest sucht, gelenkt nur durch warm, kälter, eiskalt.
- Schattenraten. Licht aus, Taschenlampe oder Handylampe an die Wand, Hände davor. Hund, Vogel, Krokodil. Kostet nichts und wirkt erstaunlich lange.
- Wer kann am längsten nichts sagen. Zugegeben, ein Spiel mit Eigennutz. Es hält trotzdem selten länger als zwei Minuten.
Fünf Ideen mit dem, was ohnehin da ist
- Murmelbahn aus Klopapierrollen. Rollen längs aufschneiden, mit Kreppband an eine Schranktür kleben, Murmel oder kleiner Ball hindurch. Der eigentliche Spaß ist das Umbauen, nicht das Fertigsein.
- Bowling im Flur. Zehn Klopapierrollen oder leere Flaschen aufstellen, mit einem Sockenknäuel abräumen. Ein schmaler Flur ist dafür besser als ein großes Zimmer.
- Zeitungsschlacht. Altpapier zu Kugeln knüllen, zwei Zonen mit Kreppband abkleben, auf Zeit hin und her werfen. Danach räumen alle gemeinsam auf, das gehört zum Spiel.
- Puzzle aus Holzstäbchen. Zehn Stäbchen nebeneinanderlegen, mit Kreppband auf der Rückseite fixieren, ein Bild darübermalen, Klebeband ab, fertig ist ein Puzzle, das nur die eigenen Kinder lösen können.
- Kicker aus einem Karton. Ein flacher Karton, Wäscheklammern als Spieler an Schaschlikspieße, eine Papierkugel als Ball. Das ist das aufwendigste Stück auf dieser Liste und hält dafür am längsten.
Drei Projekte für einen ganzen Nachmittag
- Hindernislauf durch die Wohnung. Mit buntem Kreppband Linien, Sprungfelder und Laserstrahlen auf Boden und Türrahmen kleben. Kreppband löst sich rückstandsfrei, anders als Paketband. Ein schmaler Flur reicht völlig.
- Reis als Spielsand. Reis in einen Gefrierbeutel, ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe dazu, schütteln, auf Zeitungspapier trocknen lassen. In einer Wanne mit Löffeln und Bechern wird daraus eine Beschäftigung, die sich immer wieder aufbauen lässt.
- Eine Höhle. Zwei Stühle, eine Decke, Wäscheklammern. Wer eine Lichterkette findet, hat gewonnen. Höhlen dürfen ruhig ein paar Tage stehen bleiben, das verlängert ihren Wert erheblich.
Und wenn gar nichts zieht?
Dann darf Langeweile auch einfach da sein. Kinder müssen nicht durchgehend bespaßt werden, und die besten Einfälle kommen oft genau in der halben Stunde, in der scheinbar nichts passiert. Wer jede Lücke füllt, nimmt seinem Kind die Übung darin, sich selbst etwas auszudenken.
Was bei uns hilft, ist eine Kiste, die nicht täglich im Zimmer steht. Ein paar Dinge herausnehmen, wegräumen und erst in vier Wochen wieder hinstellen. Dasselbe Spielzeug wirkt dann wie neu.
Häufige Fragen
Welche Spiele gehen drinnen schon mit zwei Jahren?
Alles, was mit Wiederholung und Körper arbeitet: Verstecken mit einer Decke, Bauen und Umwerfen, Sachen ein- und ausräumen. Regeln kommen später. In dem Alter ist das Umschütten von einer Schüssel in die andere ein vollwertiges Spiel und keine Notlösung.
Was spielt man zu zweit, wenn kein Geschwisterkind da ist?
Warm und kalt, Pantomime und Ich packe meinen Koffer funktionieren zu zweit besser als in der Gruppe, weil niemand warten muss. Für Erwachsene sind sie außerdem nebenbei machbar, wenn die Küche noch nicht fertig ist.
Welche Ideen funktionieren in einer kleinen Wohnung?
Die meisten hier sind für wenig Platz gedacht. Bowling und Hindernislauf brauchen sogar ausdrücklich einen schmalen Flur. Was in einer kleinen Wohnung nicht gut geht, ist die Zeitungsschlacht, sie verteilt sich in jede Ecke.
Wie lange sollte sich ein Kind allein beschäftigen können?
Das wächst mit dem Alter und schwankt am selben Tag. Als grobe Orientierung: ein Kindergartenkind hält sich oft eine Viertelstunde selbst bei einer Sache, ein Grundschulkind länger. Ein müdes oder hungriges Kind schafft davon einen Bruchteil, und das sagt nichts über das Kind.
Was mache ich, wenn das Kind nur zum Bildschirm will?
Nicht mitten in der Diskussion verhandeln, sondern vorher festlegen, wann und wie lange. Danach hilft es, die Alternative nicht anzubieten, sondern einfach anzufangen: Wer die Murmelbahn schon halb an der Schranktür kleben hat, bekommt in aller Regel Gesellschaft.