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Zaubersand ist der Sand, der sich formen lässt wie nasser Strandsand, dabei aber trocken bleibt und nicht klebt. Im Handel kostet er ein Vielfaches dessen, was er wert ist. Dabei brauchst du nur zwei Zutaten aus dem Küchenschrank: Mehl und Öl.

Wir machen ihn immer dann, wenn das Wetter macht, was es will, und die Kinder trotzdem in Bewegung bleiben wollen. Zwanzig Minuten Arbeit, und der Nachmittag ist gerettet.

Wie macht man Zaubersand selbst?

Aus zwei Zutaten: acht Teile Mehl auf einen Teil Öl. Für einen kleinen Indoor-Sandkasten sind das sechs Kilo Weizenmehl und etwa 750 Milliliter Öl. Alles mit den Händen vermengen, bis die Masse sich formen lässt und trotzdem krümelt. Für Farbe kommt Lebensmittelfarbe dazu, in Wasser gelöst.

Das Rezept für einen kleinen Indoor-Sandkasten

  • 6 Kilo Weizenmehl
  • 750 Milliliter Öl
  • für bunten Sand: etwa 1 Teelöffel Lebensmittelfarbe, aufgelöst in ungefähr 1,2 Litern Wasser

So gehst du vor

  1. Das Mehl in eine große Schüssel oder gleich in die flache Kiste geben, in der später gespielt wird.
  2. Das Öl nach und nach dazugeben und mit den Händen unterkneten, nicht auf einmal hineinkippen.
  3. Die Probe machen: Eine Handvoll zusammendrücken. Bleibt die Form stehen und zerbröselt der Rand, stimmt das Verhältnis. Zerfällt alles, kommt löffelweise Öl dazu.
  4. Für bunten Sand die Farbe erst in Wasser auflösen und diese Flüssigkeit unterkneten, sonst gibt es Farbflecken statt Farbe.
  5. Bunten Sand vor dem ersten Spielen ausgebreitet trocknen lassen, bis er sich wieder krümelig anfühlt.

Die Fassung mit Speiseöl ist völlig ungiftig. Wenn ein Kind davon etwas in den Mund nimmt, passiert nichts Schlimmes.

Welches Öl nimmt man für Zaubersand?

Bei Kindern, die noch alles in den Mund nehmen, ein einfaches Speiseöl, weil es unbedenklich ist, wenn etwas davon im Mund landet. Bei größeren Kindern funktioniert Babyöl besser, denn es riecht kaum und wird nicht ranzig. Geschmacksneutrale Öle wie Raps oder Sonnenblume sind die günstigste Wahl, Olivenöl riecht zu stark. Wichtig ist nur das Verhältnis: Zu wenig Öl und der Sand zerfällt, zu viel und er wird schmierig.

Wie lange hält selbst gemachter Zaubersand?

In einer luftdichten Box mehrere Wochen bis Monate. Was ihn verdirbt, ist Feuchtigkeit: Sobald Wasser hineinkommt, etwa über feuchte Hände oder einen nassen Becher, fängt das Mehl an zu schimmeln. Deshalb nach dem Spielen die Box schließen und den Sand nicht im Bad aufbewahren. Riecht er säuerlich oder zeigen sich dunkle Stellen, kommt er weg. Neu anrühren kostet weniger als eine Packung Mehl.

Für welches Alter eignet sich Zaubersand?

Ab etwa zwei Jahren, unter Aufsicht. Kleinere Kinder stecken die Masse in den Mund, und auch wenn nichts Giftiges darin ist, gehört rohes Mehl nicht in den Magen. Ab drei spielen die meisten Kinder ausdauernd damit, weil sich Formen bauen lassen, die stehen bleiben. Ein Punkt für Eltern von Kindern mit Zöliakie oder Weizenallergie: Weizenmehl geht dann nicht, Reismehl oder Maisstärke funktionieren als Ersatz, brauchen aber etwas weniger Öl.

Wie bekommt man Zaubersand wieder weg?

Trocken aufkehren, nicht wischen. Wasser macht aus Mehl und Öl einen Teig, der sich auf Fliesen und Laminat deutlich schlechter entfernt als das trockene Gemenge. Also erst mit Handfeger oder Staubsauger alles aufnehmen und danach feucht nachwischen. Am einfachsten wird es, wenn der Sand von vornherein in einer flachen Box mit Deckel oder auf einem alten Bettlaken bleibt, das man an den vier Ecken hochnimmt.

Was ist der Unterschied zu gekauftem kinetischem Sand?

Das Material. Gekaufter kinetischer Sand besteht aus feinem Quarzsand mit einem Anteil Silikonöl, das die Körner aneinander haften lässt. Er trocknet nicht aus, lässt sich mit Wasser reinigen und hält jahrelang. Die Fassung aus Mehl und Öl fühlt sich weicher und mehliger an, formt sich fast genauso gut und kostet einen Bruchteil, hält dafür nur Wochen. Für einen Regennachmittag ist die selbst gemachte Variante völlig ausreichend.

Was kann man mit Zaubersand spielen?

Alles, was auch im Sandkasten geht, nur drinnen. Am längsten beschäftigen Förmchen und Schaufeln, ein Löffel und ein paar Becher, dazu kleine Figuren oder Autos. Ältere Kinder bauen Höhlen und Straßen, weil die Masse stehen bleibt. Ein Nudelholz und Ausstecher machen daraus eine Backstube. Und weil sich der Sand schneiden lässt, funktioniert auch ein Plastikmesser als Werkzeug.

Titelfoto: Serjan Midili auf Unsplash