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So oft wie ich von Tipi Spielzelten rede, hast du sicher schon bemerkt, dass ich ein großer Fan bin. Noch haben wir selbst keins, aber ich werde wohl demnächst selber ein Tipi Spielzelt bauen. Warum? Weil ich bisher hier in Rio de Janeiro kein Modell gefunden habe, das mir wirklich gefällt.
Auf meiner Suche nach Nähvorlagen, Schnittmustern und Bauanleitungen für ein Tipi, habe ich einige interessante DIY-Ideen gefunden, die ich dir nicht vorenthalten möchte.
Wie baut man ein Kinderzelt selber?
Fünf gleich lange Holzstäbe oben zusammenbinden, unten zu einem Kreis auseinanderstellen, Stoff darüber. Mehr braucht das Grundgerüst nicht. Wer nähen mag, arbeitet mit Tunnelzügen für die Stäbe, wer nicht, tackert den Stoff fest oder bindet ihn mit Bändern an. Beides hält, nur das genähte Zelt lässt sich waschen.
Die vier Bauweisen, und welche zu dir passt
So unterschiedlich die Anleitungen im Netz aussehen, sie laufen auf vier Wege hinaus, den Stoff ans Gerüst zu bekommen. Die Entscheidung dafür ist der eigentliche Punkt, alles andere ist Geschmack.
1. Genäht, mit Tunnelzügen für die Stäbe
Die aufwendigste und beste Variante. In die Stoffbahnen werden Tunnel genäht, durch die die Stäbe geschoben werden. Der Bezug lässt sich abziehen und waschen, und das ist bei kleinen Kindern kein Nebenaspekt, sondern der Grund, warum ein Tipi zwei Jahre statt zwei Monate hält. Wer eine Nähmaschine hat und geradeaus nähen kann, schafft es an einem Nachmittag.
2. Getackert
Der schnellste Weg: Der Stoff wird mit einem Tacker direkt an den Holzstäben befestigt. In einer Stunde fertig, hält bombenfest, und der Nachteil steht schon oben: Zum Waschen bekommst du ihn nicht mehr ab. Für ein Zelt im Garten, das ohnehin nur einen Sommer überstehen soll, ist das trotzdem die richtige Wahl.
3. Gebunden oder gesteckt, ganz ohne Nähmaschine
Ein großes Tuch oder ein Bettlaken wird um das Gerüst geschlungen und mit Stoffbändern oder einer großen Sicherheitsnadel geschlossen. Das dauert zehn Minuten, kostet fast nichts und lässt sich jederzeit ändern. Wer nicht weiß, ob das Zelt überhaupt bespielt wird, fängt so an und näht später.
4. Patchwork aus Stoffresten
Statt einer Stoffbahn werden Reste zu einer Fläche zusammengenäht. Das ist mehr Arbeit, sieht dafür nach nichts aus dem Katalog aus und leert die Restekiste. Für den Sommer eignen sich kräftige Farben und ein bewusster Mustermix, gerade dann tut es der Optik gut, wenn die Stäbe schlicht bleiben.
Ein Hinweis zum Stoff, unabhängig von der Bauweise: Bei gemusterten Stoffen musst du beim Zuschnitt der Bahnen aufpassen, dass die Muster an den Nähten zueinander passen. Bei geometrischen Mustern sieht man jeden Versatz sofort, bei Blumen und Punkten fällt er kaum auf.
Drei Anleitungen zum Nachbauen
Diese drei Anleitungen sind seit Jahren online und funktionieren immer noch. Sie decken drei der vier Bauweisen ab, und alle drei sind kostenlos.
- Schritt für Schritt, mit abnehmbarem Bezug: Die Anleitung von Divine Lifestyle ist auf Englisch, dafür sehr ausführlich bebildert. Die Stoffbahnen werden so zusammengenäht, dass sich der Bezug zum Waschen abziehen lässt.
- Freebook in zwei Größen: Das kostenlose Schnittmuster von farbenmix gibt es für ein kleines und ein großes Tipi. Praktisch, wenn du dich noch nicht entschieden hast, wie viel Platz das Zelt am Ende einnehmen soll.
- Ein Tipi fürs Wohnzimmer: Bei Ich liebe Deko steht, wie ein Tipi als Spielecke ins Wohnzimmer kommt, ohne dass der Raum danach nach Kinderzimmer aussieht.
Zwei weitere Anleitungen, die wir hier über Jahre verlinkt hatten, gibt es nicht mehr: Die Blogs julinaeht.de und mylittleuniverse.de sind offline gegangen. Ihre Ideen stecken in den vier Bauweisen oben.
Das Material für ein selbstgebautes Kinderzelt
Egal welcher Anleitung du folgst, die Einkaufsliste ist fast immer dieselbe. Der größte Unterschied liegt beim Stoff: Ein zu dünner Baumwollstoff hängt durch, ein zu schwerer zieht die Stäbe nach innen.
- fünf Rundstäbe aus Holz, etwa 180 Zentimeter lang und 2 Zentimeter dick
- rund drei Meter fester Baumwollstoff, 140 Zentimeter breit
- eine Bohrmaschine mit dünnem Holzbohrer für das Loch in den Stäben
- ein Stück Seil oder Kordel, um die Stäbe oben zu verbinden
- eine runde Matte oder Decke als Boden
Häufige Fragen zum Kinderzelt selber bauen
Wie viel Stoff braucht man für ein Tipi?
Für ein Zelt mit 180 Zentimeter langen Stäben reichen etwa drei Meter Stoff bei einer Stoffbreite von 140 Zentimetern. Wer den Eingang mit einem zweiten Stoff absetzen will, rechnet einen halben Meter dazu. Wichtig ist der gerade Zuschnitt, gerade bei gemusterten Stoffen.
Welches Holz eignet sich für die Stäbe?
Rundstäbe aus Kiefer oder Buche mit zwei Zentimetern Durchmesser. Dünner wird wacklig, dicker lässt sich schlecht bohren. Bambusstäbe sehen schön aus, splittern aber mit der Zeit, und das merkt man an Kinderhänden zuerst.
Wie hoch sollte ein Kinderzelt sein?
Für Kinder bis etwa sechs Jahre reichen Stäbe von 160 bis 180 Zentimetern, daraus wird ein Zelt von rund 140 Zentimetern Innenhöhe. Höher wird es kippelig, niedriger wächst das Kind schnell heraus.
Geht ein Tipi auch ohne Nähmaschine?
Ja. Der Stoff wird dann mit einem Tacker an den Stäben befestigt oder mit Stoffbändern angebunden. Der Nachteil steht in der Anleitung oben: Zum Waschen bekommst du ihn nicht mehr ab. Bei kleinen Kindern ist das ein echtes Argument für die Nähvariante.
Wie steht das Zelt stabil?
Die Stäbe müssen unten weit genug auseinander stehen, ungefähr ein Drittel ihrer Länge im Durchmesser. Ein Band, das die Stäbe auf halber Höhe innen verbindet, verhindert das Zusammenrutschen. Auf Teppich steht ein Zelt besser als auf glattem Parkett.
Ab welchem Alter ist ein Spielzelt sinnvoll?
Ab etwa einem Jahr, sobald ein Kind sicher sitzt und krabbelt. In den ersten Jahren gehört nichts Schweres hinein, keine Lichterkette mit Netzteil und kein Regal daneben. Später wird es Höhle, Lesezimmer und Rückzugsort, oft bis ins Grundschulalter.