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Du verliebst dich in eine Wohnung, der Grundschnitt ist perfekt und die Räumlichkeiten verzaubern. Wenn da nicht dieser alte Einbauschrank wäre, der eher an rustikale Zeiten oder das Leben des Vorbesitzers erinnert als an die eigene Traumwohnung.

So ging es auch mir, als ich unser kleines schnuckeliges Apartment in Rio de Janeiro betreten habe. Um daran etwas zu ändern, ohne einen neuen Schrank einbauen zu lassen, habe ich zum Farbeimer gegriffen. Hier ein paar einfache Schritte zum Nachmachen:
Alten Einbauschrank streichen: so wird er zum Schmuckstück
Ein alter Einbauschrank lässt sich mit Farbe erstaunlich einfach verwandeln. Wichtig sind drei Dinge: Türen und Beschläge abschrauben statt abkleben, die Flächen gründlich anschleifen und grundieren, und erst dann in dünnen Schichten lackieren. Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt eine Oberfläche, die auch nach Jahren nicht abplatzt.
Makeover-Anleitung in 10 Schritten:
- Schranktüren, Griffe und bestenfalls auch die Scharniere entfernen. Das erspart dir das Abkleben.

- Schutzfolie für den Boden auslegen und die Wand bzw. den Boden mit Malertape abkleben.
Tipp: Falls dein Malertape sehr stark klebt und du Angst hast den Putz der Wand zu beschädigen, kleb das Band vorher auf einen Stoff (z.B. ein Handtuch). Damit klebt es weniger intensiv am Untergrund.

- Alle Holzflächen mit Schleifpapier abschmirgeln.
- Den Staub vom Schmirgeln mit einem trockenen Tuch oder dem Staubsauger entfernen.
- Risse oder Furchen im Holz kannst du mit Schnellgips bearbeiten. Einfach mit dem Finger über die entsprechende Stelle gehen und mit einem Spachtel glatt ziehen. Wenn es trocken ist, noch mal vorsichtig mit Schleifpapier glätten.
- Die gewünschte Farbe auftragen. Lass dich vorher im Baumarkt beraten, welche Holzfarbe sich am besten eignet und welchen Pinsel du dafür brauchst. Je nachdem wie dunkel der Schrank vorher war, wirst du ca. 3-4 Farbschichten benötigen.

- Achte beim Auftragen der Farbe darauf, dass diese nicht zu flüssig oder zu stark verdünnt ist. Sonst verläuft sie und bildet sogenannte „Nasen“.
- Nachdem alles gut getrocknet ist, alle Scharniere und Griffe anbringen, die Türen einsetzen und ausrichten.
- Zum Schluss kannst du kleine Unebenheiten mit Schnellgips und deinem Finger ausbessern. Das geht natürlich nur, wenn der Schnellgips die gleiche Farbe besitzt, wie dein neuer Schrank.
- Malertape entfernen und fertig ist der Schrank!

Um deinem Schrank noch den letzten Pfiff zu verleihen, kauf dir neue Griffe und hab Mut zur Farbe. Tolle Griffe gibt es zum Beispiel bei Zara Home (http://www.zarahome.com/).

Das Ergebnis ist wirklich verblüffend und wird deinen Raum komplett verändern. Diese günstige Alternative ist kinderleicht und macht dazu noch Spaß.
Viel Erfolg beim Umgestalten!

Welche Farbe hält auf einem alten Einbauschrank?
Das hängt vom Untergrund ab. Auf lackiertem Holz und auf Furnier hält Acryllack am besten, wenn vorher angeschliffen und grundiert wurde. Auf melaminbeschichteten Fronten, also den glatten Kunststoffoberflächen vieler Einbauschränke, braucht es zwingend eine Haftgrundierung, sonst lässt sich die Farbe später mit dem Fingernagel abziehen. Kreidefarbe ist die bequemste Variante, weil sie auf vielen Untergründen ohne Schleifen haftet, dafür sollte sie am Ende mit Klarlack oder Wachs versiegelt werden. Kreidefarbe für Möbel gibt es in matten Tönen, die zu Altbauwohnungen gut passen.
Wie lange dauert so ein Schrank-Makeover?
Rechne mit einem Wochenende, aber verteilt: Freitagabend abschrauben und anschleifen, Samstag grundieren und einmal lackieren, Sonntag den zweiten Anstrich. Der Zeitfresser ist nicht das Streichen, sondern das Warten zwischen den Schichten. Acryllack ist nach vier bis sechs Stunden überstreichbar, vollständig belastbar aber erst nach mehreren Tagen. Wer die Türen zu früh wieder einhängt, klebt sie im schlimmsten Fall am Rahmen fest.
Was ist beim Streichen in einer Mietwohnung erlaubt?
Ein fest eingebauter Schrank gehört in der Regel zur Mietsache. Farbliche Veränderungen sind zulässig, solange du beim Auszug den ursprünglichen Zustand wiederherstellen kannst oder mit der Vermieterin oder dem Vermieter etwas anderes vereinbart hast. Am einfachsten ist eine kurze schriftliche Zustimmung vorab, dann gibt es später keine Diskussion über die Kaution.