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Wer erinnert sich noch an das süße französische Kinderlied, das im Kinderchor oft als Kanon gesungen wurde? Richtig, es geht um „Bruder Jakob“ oder auch „Frère Jacques“ auf Französisch. Wir haben dem Lied einen neuen Schliff verpasst und es für dich zum Mitsingen aufgenommen.

Was ist Bruder Jakob für ein Lied?

Bruder Jakob ist ein Kinderlied aus dem 18. Jahrhundert, das ursprünglich aus Frankreich stammt und dort Frère Jacques heißt. Es besteht aus vier kurzen Zeilen, die sich reihum wiederholen, und ist deshalb der bekannteste Kanon für Kinder. Gesungen wird es heute in Dutzenden Sprachen, die Melodie bleibt überall dieselbe.

Unsere Neuinterpretation des Kinderlied-Klassikers Bruder Jakob

Natürlich haben wir hier für dich auch den Text, damit du zu Hause fleißig mitsingen kannst.

Bruder Jakob auf Deutsch

Bruder Jakob, Bruder Jakob!
Schläfst du noch? Schläfst du noch?
||: Hörst du nicht die Glocken? :||
Ding dang dong, ding dang dong.

Joãozinho auf Portugiesisch

Joãozinho, Joãozinho!
Dormes tu? dormes tu?
||: Sinos vão tocar. :||
Din din don. Din din don.

Brother John auf Englisch

Are you sleeping? Are you sleeping?
Brother John, brother John!
||: Morning bells are ringing. :||
Ding, ding, dong. Ding, ding, dong.

Frère Jacques auf Französisch

Frère Jacques, Frère Jacques
Dormez-vous, dormez-vous?
Sonnez les matines,
Ding ding dong, ding ding dong.

Was die Zeilen bedeuten und wie man sie ausspricht, steht gleich hier unten.

Was der französische Text bedeutet

Das Original heißt Frère Jacques, und es ist nicht die Übersetzung der deutschen Fassung, sondern umgekehrt: Der deutsche Text ist die Übertragung des französischen.

Inhaltlich sagen beide fast dasselbe, mit einem Unterschied, den man kennen sollte. Im Deutschen wird gefragt, ob Bruder Jakob die Glocken nicht hört. Im Französischen ist es eine Aufforderung: Er soll die Glocken läuten, und zwar zur Matutin, dem nächtlichen Stundengebet. Das erklärt, warum das Lied streng genommen ein Wecklied ist und kein Schlaflied.

Wer die Noten dazu sucht: Im
Lieder-Archiv
stehen sie zusammen mit dem Text in beiden Sprachen.

Die vier Wörter, an denen es hakt

Wer den französischen Text mit Kindern singt, stolpert an denselben vier Stellen. Sie sind schnell erklärt und danach ist das Lied leichter als das deutsche.

  • Frère heißt Bruder, gesprochen ungefähr „frär“. Das R kommt aus dem Hals, nicht von der Zungenspitze.
  • Jacques ist Jakob, gesprochen „schack“. Das S am Ende bleibt stumm.
  • Sonnez heißt läutet, gesprochen „sonneh“. Auch hier ist der Endkonsonant stumm, wie fast immer im Französischen.
  • Matines ist die Matutin, das nächtliche Gebet, gesprochen „matinn“.

Der Rest sind Silben, die in jeder Sprache gleich klingen. Genau deshalb funktioniert das Lied im Kindergarten auch dann, wenn niemand Französisch kann: Die Melodie kommt mit fünf Tönen aus, und die Glockensilben am Ende brauchen keine Übersetzung.

Probiere das Kinderlied doch auch mal im Kanon aus und fange einfach eine Liedzeile später an zu singen. Das heißt, eine Stimme setzt nach der anderen ein und kopiert diese erste Stimme exakt. Die Melodie und auch die Tonhöhe bleiben für alle Stimmen gleich.

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Worum geht es in Bruder Jakob eigentlich?

Um einen Mönch, der verschlafen hat. Im französischen Original wird Frère Jacques gefragt, ob er noch schläft, während er längst die Glocken zur Frühmesse läuten müsste. Genau darauf zielt auch die deutsche Zeile mit den Glocken: Es ist ein freundliches Wecklied, kein Schlaflied. Wer es abends singt, singt also streng genommen das Gegenteil dessen, was im Text steht, und das stört bis heute kein Kind.

Woher das Lied kommt

Die Melodie stammt aus Frankreich und geht auf das frühe 18. Jahrhundert zurück. Gedruckt erschien der Kanon allerdings erst 1811 in einer Pariser Liedersammlung. Ob er von dem Komponisten Jean-Philippe Rameau stammt, ist bis heute umstritten: Es gibt Forschungsarbeiten, die dafür sprechen, einen Beleg aus seiner Zeit gibt es nicht. Übersetzt wurde das Lied inzwischen in mehr als dreißig Sprachen, und in allen bleibt die Melodie gleich.

So klappt der Kanon mit Kindern

Der Kanon ist der eigentliche Reiz an diesem Lied, und er scheitert fast immer am selben Punkt: Die zweite Stimme setzt zu früh ein oder passt sich unbewusst der ersten an. Drei Dinge helfen.

  • Erst gemeinsam singen, bis alle den Text sicher können. Wer noch überlegt, kann nicht gegen eine zweite Stimme bestehen.
  • Die Gruppen räumlich trennen. Zwei Meter Abstand reichen schon, und jede Gruppe braucht einen Erwachsenen, der mitsingt.
  • Deutlich einzählen. Die zweite Stimme beginnt genau dann, wenn die erste die zweite Zeile anfängt, also nach zwei Takten. Ein Handzeichen ist besser als ein Zuruf.

Mit zwei Stimmen klingt es schon rund, mit vier wird es zum richtigen Kanon. Für den Anfang reichen zwei völlig, alles andere frustriert eher.

Häufige Fragen zu Bruder Jakob

Ab welchem Alter können Kinder Bruder Jakob singen?

Mitsingen klappt ab etwa zwei Jahren, weil sich jede Zeile sofort wiederholt und das Kind die zweite Hälfte schon kennt. Als Kanon funktioniert es meist ab dem Vorschulalter, oft aber erst mit sechs oder sieben Jahren wirklich zuverlässig.

In welcher Tonart wird Bruder Jakob gesungen?

Üblicherweise in C-Dur, weil das Lied dann ohne Vorzeichen auskommt und auf jedem Glockenspiel oder Xylofon gespielt werden kann. Für Kinderstimmen liegt es damit angenehm, geübte Gruppen singen es auch in F-Dur oder G-Dur.

Wie viele Stimmen hat der Kanon?

Vier, entsprechend den vier Zeilen des Liedes. Jede Stimme setzt eine Zeile später ein als die vorherige. Mehr als vier Gruppen bringen nichts Neues, sie verdoppeln nur bestehende Stimmen.

Warum heißt der Bruder ausgerechnet Jakob?

Darauf gibt es keine gesicherte Antwort. Der Name Jacques war in Frankreich ein sehr geläufiger Vorname, und Frère Jacques war zugleich die übliche Anrede für einen Ordensbruder. Deutungen, die einen bestimmten historischen Mönch dahinter vermuten, sind Spekulation und lassen sich nicht belegen.

Welche Instrumente passen zum Mitspielen?

Alles mit klarem Ton und wenigen Tönen: ein Glockenspiel, ein Xylofon, eine Ukulele. Die Melodie kommt mit fünf Tönen aus und ist damit eines der ersten Lieder, die Kinder selbst spielen können. Für den Anfang reicht ein kleines Percussion-Set, mit dem sie den Takt begleiten.

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