Während es in Deutschland langsam kälter wird und die Blätter von den Bäumen fallen, sollte es in Rio de Janeiro eigentlich Frühling sein.

Für mich ist hier in Rio das ganze Jahr über Sommer, denn die Temperaturen klettern selten unter 15 Grad. Die vier Jahreszeiten, insbesondere Frühling und Herbst sind nicht erkennbar, denn es fallen hier weder Blätter von den Bäumen noch gibt es einige Monate, in denen alle Bäume und Sträucher blühen. Dennoch kann man zwischen Sommer, also den Temperaturen zwischen 20 bis 40 Grad und Winter, den Temperaturen unter 25 Grad unterscheiden.

Wie schon geschrieben, müsste es jetzt eigentlich Frühling sein. Doch da es im Juni, Juli und August nicht wirklich richtig kalt war, wurde es jetzt im Oktober noch einmal kühler. Und wenn ich schreibe „kalt“, dann rede ich von Temperaturen um die 20 Grad. Komischerweise fühlen sich 20 Grad hier nämlich an wie 15 Grad in Deutschland.

Wann ist die beste Reisezeit für Rio de Janeiro?

Für die meisten Reisenden der Herbst und der Frühling der Südhalbkugel, also April bis Juni und September bis November. Dann liegen die Temperaturen angenehm bei etwa 25 Grad, es regnet weniger als im Hochsommer und die Strände sind leerer. Wer Karneval oder Silvester erleben will, kommt dagegen im Hochsommer.

5 harte Fakten über den Winter in Rio de Janeiro

1. Klimaanlage statt Heizung

Es gibt keine Heizung! Richtig gelesen, keine Wohnung hier in Rio de Janeiro besitzt eine Heizung, es wimmelt nur so von Klimaanlagen. Doch die nützen bei Temperaturen um die 20 Grad reichlich wenig.

Stattdessen hocke ich hier mit 2 Decken, langen Klamotten und dicken Socken, die ich wieder aus der hintersten Schublade kramen musste.

2. Badewanne? Fehlanzeige!

Liebend gerne würde ich jetzt ein warmes Schaumbad genießen. Doch auch das ist leider nicht möglich, denn in ca. 90% der Wohnungen gibt es lediglich eine (oder mehrere) Dusche(n). So kann ich nur minutenlang unter der Dusche stehen. Mit Arthur ist das aber gar nicht ganz so einfach. 🙂

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3. Winterklamotten bei 20 Grad

Ich bin der Meinung, ein paar Jeans, Pullover, Booties und ein Trench Coat genügen für das winterliche Rio Wetter. Doch die Brasilianer sind da anderer Meinung. Ich sehe derzeit vermehrt dickgefütterte Fellstiefel, Daunenjacken, Strickmützen und Wollhandschuhe. So verschieden kann der Winter wahrgenommen werden.

Ohne Heizung ist es daheim ziemlich kalt. Meine Bemühungen, die Wohnung mit dem Backofen, dem Föhn oder dem heißen Duschwasser aufzuwärmen, sind leider nur von kurzer Dauer. Das liegt an den schlecht bis gar nicht isolierten Fenstern und Außenwänden. Hier geht jegliche warme Luft auf direktem Weg nach draußen.

Da kann ich wirklich nur zur warmen Decke greifen und hoffen, dass die Hitze bald zurückkommt.

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4. Ice, ice Baby

Bei den aktuellen Temperaturen sollte man meinen, die Brasilianer greifen zu Tee. Ich koche mir zumindest täglich eine Kanne. Doch auch in den jetzigen Tagen verzichten die Cariocas kaum auf ihre heiß geliebten Erfrischungsgetränke, die natürlich eiskalt serviert werden.

5. Im Dunkeln sitzen

Wenn es viel regnet oder sehr windig ist, gibt es in Rio de Janeiro gerne mal Stromausfall. Ich habe in meinen 2 Jahren in Rio so viele Stromausfälle erlebt wie in meinem ganzen Leben nicht.

Das liegt an den ziemlich chaotischen Stromleitungen, die oberirdisch in der ganzen Stadt verlegt sind. Und wenn es windig ist, dann reißen die gerne mal irgendwo ab oder ein anderes Müllteil, was gerade durch die Luft fliegt, landet mitten auf den Strom-Oberleitungen.

Sobald der Strom dann mal wieder ausgefallen ist, ist die ganze Stadt bzw. meist ein ganzer Teil davon dunkel und ich krame die Kerzen hervor. Hat aber auch was, denn, dann machen wir einfach einen romantischen Candle-Light-Abend.

Genieß die kuschelige Winterzeit und die Wärme daheim. Hier in Rio gibt es leider viele Menschen in Favelas oder Obdachlose auf der Straße, die keinerlei warme Kleidung besitzen und die in den kalten Tagen ziemlich frieren. Vielen sind dann 40 Grad im Schatten lieber als 20 Grad und ein frischer Wind.

Die Jahreszeiten in Rio, und wofür sie taugen

Rio liegt auf der Südhalbkugel, die Jahreszeiten sind also umgekehrt. Wer aus Deutschland kommt, verlegt seine Vorstellung von Sommer und Winter am besten gleich um sechs Monate.

Dezember bis März: Hochsommer

Heiß und schwül, häufig über 30 Grad, dazu kräftige Nachmittagsgewitter. Das ist die Zeit der großen Feste: Silvester an der Copacabana und der Karneval, dessen Termin sich nach Ostern richtet und meist im Februar oder Anfang März liegt. Alles ist voll, alles ist teuer, und alles ist genau deshalb aufregend.

April bis Juni: der beste Kompromiss

Die Hitze lässt nach, die Luft wird trockener, die Strände leeren sich. Tagsüber sind es meist um die 25 Grad, das Meer ist noch warm. Für Städtereisen und Wandern ist das die angenehmste Zeit.

Juni bis August: der Winter, um den es hier geht

Wenig Regen, viel Sonne, tagsüber oft 22 bis 25 Grad, nachts spürbar kühler. Für Europäer fühlt sich das nach Frühling an, für Cariocas nach Winter, mit allen Folgen, die weiter unten stehen. Die Preise sind niedriger, die Stadt ist entspannter.

September bis November: Frühling

Die zweite gute Zeit. Es wird wieder wärmer, ohne die Schwüle des Hochsommers, und die Regenzeit hat noch nicht begonnen. Wer Strand und Stadt verbinden will, ohne im Gedränge zu stehen, reist jetzt.

Häufige Fragen zur Reisezeit in Rio de Janeiro

Wann ist es in Rio am wärmsten?

Von Dezember bis Februar. Dann liegen die Tageswerte häufig über 30 Grad, an Hitzetagen deutlich darüber, und die Luftfeuchtigkeit macht den Unterschied spürbarer, als die Zahl vermuten lässt.

Wann regnet es in Rio am meisten?

Im Hochsommer, also von Dezember bis März. Typisch sind kurze, heftige Schauer am späten Nachmittag, nicht Dauerregen. Der Vormittag bleibt oft trocken, deshalb lohnt es sich, Ausflüge früh zu legen.

Kann man im brasilianischen Winter baden?

Ja. Das Wasser bleibt mild, und an sonnigen Tagen ist der Strand gut besucht. Was fehlt, ist die drückende Hitze, und genau das empfinden viele Reisende als angenehm.

Wann ist Karneval in Rio?

Der Termin richtet sich nach Ostern und fällt meist in den Februar, manchmal Anfang März. Wer dann kommt, sollte Unterkunft und Flug lange im Voraus buchen und einplanen, dass die Stadt in diesen Tagen einem anderen Rhythmus folgt.

Braucht man im Winter warme Kleidung?

Eine leichte Jacke und etwas Langärmeliges für den Abend, mehr nicht. Wie die fünf Punkte oben zeigen, ist das Problem nicht die Außentemperatur, sondern dass Wohnungen weder Heizung noch Isolierung haben.

Wie lange dauert der Flug nach Rio?

Direkt ab Frankfurt rund zwölf Stunden. Der Zeitunterschied beträgt je nach Sommerzeit vier bis fünf Stunden, und weil es nach Westen geht, fällt die Umstellung leichter als in die andere Richtung.

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