Wie erklärt man Kindern Ostern?
In zwei Schichten, und beide dürfen nebeneinander stehen. Die eine ist der Frühling mit Eiern, Hasen und der Suche im Garten. Die andere ist der christliche Kern: Karfreitag und Ostersonntag, Tod und Auferstehung. Für kleine Kinder genügt der kurze Satz, dass Jesus gestorben ist und wieder lebendig wurde.
Ostern in unserer Familie
Hasen, Hühner, Küken, Eiersuche, es ist total spannend zu sehen, welche verschiedenen Oster-Traditionen es von Familie zu Familie gibt. Ostern ist für uns als Familie immer ein sehr schönes und wichtiges Fest. Deshalb berichte ich euch heute mal, was Ostern für uns bedeutet und wie wir es verbringen werden.
Seit ich Kinder habe, denke ich ganz anders darüber nach, welche Traditionen wir als Familie mit Kindern zu verschiedenen Festen und Anlässen (und jetzt konkret an Ostern) beibehalten wollen und was wir anders gestalten wollen.
In meiner Familie gab es in Bezug auf Ostern eigentlich keine großen Traditionen, außer dass wir Kinder die versteckte Schokolade gesucht haben und als Familie die Zeit zusammen verbracht haben. Große Geschenke, wie an Weihnachten oder zum Geburtstag, gab es nicht und das war auch als Kind für mich immer voll okay.
Ich möchte es genauso halten und an Ostern Kleinigkeiten, wie dieses Jahr für jedes Kind ein Buch und ein süßes Schaf-Kuscheltier verstecken, aber eigentlich den Fokus auf die gemeinsame Zeit mit geliebten Menschen setzen.
Für uns ist das die passendste Art und Weise Ostern zu verbringen, zusammen als Familie. Denn viel mehr noch als Weihnachten ist Ostern das Fest der Liebe und der Versöhnung.
Und so versuche ich das Oster-Fest auch jedem meiner Kinder nahe zu bringen:
Jesus liebt dich und jeden Menschen so sehr, dass er für dich an Ostern gestorben ist und den Tod besiegt hat. Deshalb darfst du Gottes Kind sein und eine richtig enge Beziehung zu ihm haben.
Ich habe nie aufgehört dich zu lieben. (Die Bibel, Jeremia 31:3)
Ich möchte mich an diesem Ostern wieder auf diese ursprüngliche Bedeutung konzentrieren.
Ich bekomme in der letzten Zeit verstärkt mit, dass viele Eltern sich (verständlicherweise) Sorgen machen, in was für einer Welt ihre Kinder groß werden. Vielen macht der Gedanke große Angst.
Mir gibt es Hoffnung und Kraft zu wissen, dass Liebe stärker ist als Hass. Das Vergebung stärker ist als Rache. Das Mut stärker ist als Angst. Das Freiheit stärker ist als Zwang.
Lasst uns unseren Kindern beibringen zu lieben und nicht zu hassen. Zu vergeben, anstatt zu sich zu rächen. Mutig zu sein und die Angst zu besiegen. Für Freiheit zu kämpfen und darin nicht nachzulassen.
In diesem Sinne wünsche ich euch ein wunderschönes Oster-Fest im Kreise eurer Lieben!
Ab welchem Alter versteht ein Kind die Ostergeschichte?
Mit drei oder vier verstehen Kinder die Bilder, nicht die Bedeutung: der Freund, der stirbt, das leere Grab, die Freude danach. Das genügt völlig. Ab etwa sechs kommen die Fragen nach dem Warum, und ab acht die schwierigen, auf die es keine kurze Antwort gibt. Die beste Regel ist, ehrlich zu bleiben und nicht mehr zu erklären, als gefragt wurde. Ein Kinderbuch mit der Ostergeschichte hilft mehr als der eigene Vortrag, weil es dem Kind erlaubt, selbst zu bestimmen, wie oft es die Geschichte hören möchte.
Welche Oster-Traditionen lohnen sich?
Die, die sich jedes Jahr ohne Aufwand wiederholen lassen. Eier färben am Samstag, das Nest im Garten am Sonntagmorgen, ein bestimmtes Frühstück, ein Spaziergang am Nachmittag. Was Kinder erinnern, ist die Wiederholung, nicht die Größe. Neue Ideen jedes Jahr sind anstrengend und werden weniger geliebt als der immer gleiche Ablauf. Und wenn eine Tradition nicht mehr passt, weil die Kinder älter sind, darf sie enden, ohne dass ein Ersatz her muss.
Wie viel Süßes gehört ins Osternest?
Weniger, als hineinpasst. In vielen Familien hat sich bewährt, das Nest zu mischen: etwas Süßes, eine Kleinigkeit zum Spielen und etwas für draußen. Wer die Menge begrenzen möchte, füllt kleine Behälter statt große und versteckt weniger Stationen. Und es hilft, vorher zu klären, was mit dem Fund passiert: alles am selben Tag oder verteilt über die Woche. Diese Absprache verhindert die meiste Diskussion am Nachmittag.
Wie feiert man Ostern ohne kirchlichen Bezug?
Über den Frühling und über die Familie. Ostern ist auch das Fest, an dem alles wieder anfängt zu wachsen, und daraus lässt sich eine eigene Tradition machen: Kresse aussäen, den ersten Gartentag, ein Baumstamm mit bunten Bändern. Wer Kindern trotzdem erklären möchte, warum an diesen Tagen frei ist, kann die Geschichte als das erzählen, was sie kulturell ist, ohne sie zur eigenen zu machen. Kinder halten beides gut nebeneinander aus.
Titelfoto: Gabe Pierce auf Unsplash