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Du brauchst unbedingt Farbe im Kinderzimmer? Die kannst du haben! Und zwar mit bunten und noch dazu coolen Spielteppichen für deine Kids.
Was bringt ein Spielteppich im Kinderzimmer?
Er gibt dem Spiel auf dem Boden einen festen Ort und macht ihn warm und weich. Auf einem Straßen-, Stadt- oder Bauernhofmotiv entsteht sofort eine Szene, in der Autos, Tiere und Figuren etwas zu tun bekommen. Nebenbei dämpft der Teppich Geräusche, was in Wohnungen mit Nachbarn unter dem Kinderzimmer der eigentliche Gewinn ist.
Welches Motiv taugt wie lange
Das Motiv entscheidet darüber, wie lange der Teppich bespielt wird, und da unterscheiden sich die Varianten stärker, als es aussieht.
Straße und Stadt
Der Klassiker, und aus gutem Grund der langlebigste. Ein Straßenteppich gibt keine Geschichte vor, sondern nur ein Wegenetz. Was darauf passiert, entscheidet das Kind, und deshalb funktioniert er mit Autos genauso wie mit Figuren, Tieren oder Bausteinen. Manche Modelle sind beidseitig bedruckt und bringen zwei Motive in einem.
Bauernhof, Wald, Zoo
Ein Bauernhof-Teppich lädt zum Erzählen ein statt zum Fahren. Er passt gut zu vorhandenen Tierfiguren, und häufig gibt es Sets, bei denen die Figuren dabei sind. Der Nachteil: Wer keine Tiere hat, braucht sie dazu, sonst bleibt es beim Anschauen.
Zahlen, Buchstaben, Hüpfspiele
Diese Motive werden schnell langweilig, wenn sie nur zum Anschauen da sind, und lange bespielt, wenn sie eine Bewegung vorgeben. Ein Hüpfkästchen wird benutzt, eine Zahlenreihe an der Wand nicht.
Einfarbig
Unterschätzt. Ein schlichter Teppich ohne Motiv gibt dem Spiel einen Ort, ohne es zu lenken, und passt auch noch, wenn das Kind mit acht keine Straßen mehr braucht. Wer nur einen Teppich kaufen will, fährt damit am längsten.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Die Größe. Hier wird am häufigsten zu klein gekauft. Unter 120 mal 160 Zentimetern passt kaum mehr als ein Kind mit einer Kiste Spielzeug. Für zwei Kinder oder eine Eisenbahn sollten es 160 mal 230 sein. Miss vorher die freie Fläche aus, nicht den Raum.
- Die Rutschfestigkeit. Auf Laminat und Parkett wandert jeder Teppich, sobald darauf gekrabbelt wird. Entweder du nimmst ein rutschfestes Modell mit beschichteter Unterseite, oder du legst eine zuschneidbare Antirutschmatte darunter. Das Zweite ist die günstigere Lösung und funktioniert unter jedem Teppich.
- Die Schadstoffe. Kinder liegen darauf, mit dem Gesicht. Achte auf ein Prüfsiegel wie OEKO-TEX Standard 100 und lass einen neuen Teppich ein paar Tage auslüften, bevor er ins Kinderzimmer kommt. Wenn er nach dem Auspacken stark riecht, ist das kein gutes Zeichen.
- Die Florhöhe. Kurzflor ist die richtige Wahl. Auf Hochflor kippen Bauklötze um, Autos bleiben stecken, und Kleinteile verschwinden darin.
- Die Reinigung. Wichtiger, als beim Kauf gedacht wird. Kleine Teppiche in die Maschine, große absaugen und flecken behandeln. Steht auf dem Etikett nur Handwäsche, wird er nach dem zweiten Malheur nicht mehr gereinigt, sondern ersetzt.
Ein Teppich oder mehrere kleine?
Ein großer ist fast immer die bessere Wahl. Mehrere kleine verrutschen gegeneinander, bilden Kanten, über die gestolpert wird, und teilen die Fläche genau dort, wo sie zusammenhängen sollte. Eine Ausnahme sind Puzzlematten aus Schaumstoff: Sie lassen sich erweitern und im Sommer nach draußen legen.
Welche Größe sollte ein Spielteppich haben?
So groß, dass ein Kind mit ausgestreckten Armen darauf liegen kann, mindestens also etwa einen Meter mal anderthalb. Kleinere Teppiche rutschen beim Spielen ständig weg und das Motiv ist zu klein, um wirklich etwas darauf aufzubauen. Wenn der Teppich als Spielfläche für zwei Kinder dienen soll, plane deutlich größer. Miss vorher die freie Fläche im Zimmer aus und klebe die Maße mit Kreppband auf den Boden, dann siehst du sofort, ob es passt.
Worauf sollte man beim Material achten?
Auf Schadstofffreiheit und auf die Rutschfestigkeit. Ein Teppich, auf dem Kinder täglich sitzen und liegen, sollte auf Schadstoffe geprüft sein. Das gebräuchlichste Zeichen dafür ist der Oeko-Tex Standard 100, bei dem Produkte der Klasse 1 für Babys und Kleinkinder geprüft sind. Zweiter Punkt ist die Unterseite: Ohne rutschfeste Beschichtung wandert der Teppich auf Laminat oder Parkett bei jedem Anlauf. Dagegen hilft eine Antirutschmatte darunter, die es passend zuschneidbar gibt.
Wie reinigt man einen Spielteppich?
Regelmäßig absaugen und Flecken sofort behandeln, solange sie feucht sind. Bei den meisten Teppichen genügt lauwarmes Wasser mit etwas Feinwaschmittel und ein Tuch, mit dem du tupfst statt reibst. Reiben drückt den Fleck in die Fasern. Ob ein Teppich in die Waschmaschine darf, steht auf dem Etikett und gilt nur für kleinere Modelle. Bei den dickeren 3D-Teppichen ist es fast nie erlaubt, weil die Rückseite dabei kaputtgeht.
Ab welchem Alter lohnt sich ein Spielteppich?
Ab dem Moment, in dem ein Kind sich selbst auf den Bauch dreht, also etwa ab einem halben Jahr. Anfangs ist es einfach eine weiche, warme Fläche. Mit dem Motiv fangen Kinder zwischen zwei und drei etwas an, und bis etwa sechs bleibt der Teppich die Hauptbühne für Autos, Figuren und Tiere. Danach wird er meist zum normalen Zimmerteppich, deshalb lohnt es sich, ein Motiv zu wählen, das nicht schon nach einem Jahr zu kindlich wirkt.
Straße, Stadt oder Bauernhof: was passt?
Das hängt weniger vom Geschlecht ab als vom vorhandenen Spielzeug. Wo viele Autos sind, passt ein Straßen- oder Stadtmotiv mit Kreuzungen und Parkplätzen. Wo Tiere und Figuren im Regal stehen, funktioniert ein Bauernhof oder eine Landschaft besser. Ein neutrales Muster mit Wegen und Flächen lässt beides zu und altert am langsamsten. Jungen spielen auf Bauernhöfen genauso gern wie Mädchen auf Straßenteppichen, die Aufteilung im Handel sagt darüber nichts aus.
Titelfoto: Pavel Danilyuk auf Pexels