Ein schnuckeliges Kinderzimmer ist ja ganz süß. Aber mal ganz ehrlich liebe Mamas, wie oft spielen eure Kleinsten dort? Landet das gesamte Spielzeug, oder zumindest eine Auswahl davon, früher oder später nicht sowieso im Wohnzimmer?
Wie richtet man eine Spielecke im Wohnzimmer ein?
Mit einer klaren Grenze und wenig Möbeln. Ein Teppich markiert die Fläche, ein niedriges Regal grenzt sie ab, und alles, was am Abend nicht hineinpasst, wandert ins Kinderzimmer. Wichtiger als jede Deko ist, dass ein Kind selbst herankommt und selbst wegräumen kann.
Sieben Ideen für eine Spielecke
1. Ein Maltisch für kleine Künstler
Ein niedriger Tisch mit zwei Hockern, daneben ein Becher mit Stiften und eine Papierrolle an der Wand. Mehr braucht es nicht, und genau daran liegt es, dass die Ecke benutzt wird: Was aufgebaut dasteht, wird bespielt, was erst geholt werden muss, nicht. Eine Rolle Malpapier an der Wandhalterung ist die günstigste Dauerbeschäftigung, die wir kennen.
2. Die Spielecke: ein Ort zum Zurückziehen
Kinder brauchen im Gemeinschaftsraum eine Höhle. Ein Tipi, ein Betthimmel über einer Matratze oder ein Vorhang an einer Deckenschiene reichen aus. Der Effekt ist derselbe: eine Fläche, die dem Kind gehört, mitten im Raum der Erwachsenen. Bauen lässt sich das Zelt in einem Nachmittag, die Anleitungen stehen in unserem Beitrag Kinderzelt selber bauen.
3. Der perfekte Platz für kleine Lego-Fans
Lego braucht zwei Dinge, die andere Spielsachen nicht brauchen: eine feste Bauplatte und einen Ort, an dem Angefangenes stehen bleiben darf. Eine Platte auf einem Rollbrett löst beides, weil das halb fertige Bauwerk abends unter das Sofa geschoben wird, statt abgeräumt zu werden. Für die Steine selbst funktionieren flache Schubladen besser als tiefe Kisten, weil man darin etwas findet.
4. Kreidetafeln zum Verlieben
Eine Tafel an der Wand ist die Idee mit der längsten Lebensdauer im ganzen Zimmer: Mit zwei Jahren wird darauf gekritzelt, mit acht wird der Wochenplan darauf geschrieben. Am einfachsten geht das mit Tafelfolie, die sich rückstandslos wieder abziehen lässt. Tafelfarbe hält länger und will dafür gestrichen werden. freshideen sammelt Beispiele für beides.
5. Jede Menge Aufbewahrungsmöglichkeiten für Kinderspielzeug
Das Herz der Spielecke, und der Punkt, an dem die meisten zu fein sortieren. Drei bis fünf große, offene Körbe mit einem Bild darauf funktionieren im Alltag besser als zwölf beschriftete Fächer. Ein niedriges Regal mit Boxen dient zugleich als Raumteiler und begrenzt die Ecke nach außen. Wie sich das im Wohnzimmer umsetzen lässt, steht ausführlich in unserem Beitrag über Stauraum-Ideen für Spielzeug.
6. Nur mit der Ruhe
Eine Leseecke gehört genauso dazu wie der Maltisch: ein Sitzsack oder ein Kissenstapel, ein Bücherregal, in dem die Cover nach vorn zeigen, und eine Lampe. Bücher mit sichtbarem Titelbild werden deutlich öfter herausgezogen als solche, von denen nur der Rücken zu sehen ist. Das ist der einzige Trick an dieser Ecke, und er wirkt sofort.
7. Dekorative Regale für dein Wohn- oder Kinderzimmer
Zum Schluss das, was die Ecke zum Teil des Raums macht statt zum Fremdkörper: schmale Bilderleisten in Kinderhöhe, auf denen Bücher und ein paar Figuren stehen. Sie kosten wenig, lassen sich alle paar Wochen neu bestücken und nehmen keine Stellfläche weg. Ideen dazu sammeln Oh what a room und Stilpalast.
Was eine Spielecke im Wohnzimmer braucht
- Eine sichtbare Grenze. Ein Teppich oder ein niedriges Regal. Ohne sie breitet sich das Spielzeug über den ganzen Raum aus.
- Alles in Kinderhöhe. Was ein Kind nicht selbst erreicht, räumt es auch nicht selbst weg.
- Offene Behälter. Deckel, die zufallen, sind für Kinderhände eine Hürde und für Finger eine Gefahr.
- Kippsicherheit. Regale gehören an die Wand geschraubt, ohne Ausnahme.
- Platz für Angefangenes. Eine Fläche, auf der etwas stehen bleiben darf, ist mehr wert als jede zusätzliche Kiste.
Häufige Fragen zur Spielecke
Wie groß muss eine Spielecke sein?
Zwei mal zwei Meter reichen für ein Kind völlig. Entscheidend ist nicht die Fläche, sondern dass sie klar begrenzt ist und dass das Kind darin alles erreicht.
Ab welchem Alter lohnt sich eine Spielecke im Wohnzimmer?
Sobald ein Kind krabbelt, also ab etwa neun Monaten. In den ersten Jahren ist sie sogar wichtiger als das Kinderzimmer, weil kleine Kinder dort spielen, wo die Erwachsenen sind.
Wie hält man die Ecke ordentlich?
Mit wenigen Kategorien und einem festen Zeitpunkt. Einmal am Abend alles in die Körbe, ohne zu sortieren. Wer beim Aufräumen sortiert, hört nach drei Tagen damit auf.
Was tun, wenn das Wohnzimmer klein ist?
Nach oben statt in die Fläche gehen: Bilderleisten, ein schmales Hochregal, ein Rollcontainer, der unter den Tisch passt. Und weniger dastehen lassen: Ein Teil des Spielzeugs verschwindet für vier Wochen und wird dann getauscht.
Wie verhindert man, dass die Ecke das Wohnzimmer dominiert?
Über die Farben. Körbe und Regale in den Tönen des Raums statt in Bunt, und alles Bunte liegt darin statt darauf. Danach fällt eine Spielecke kaum noch auf, solange sie aufgeräumt ist.
Braucht ein Kind dann überhaupt ein Kinderzimmer?
Ja, aber später. In den ersten Jahren dient es vor allem als Schlafplatz und Lager. Der Umzug des Spiels ins eigene Zimmer kommt meistens von selbst, irgendwann zwischen vier und sechs.
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Titelfoto: ASR Design Studio auf Unsplash