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Ab einem bestimmten Alter ist der Nikolausstiefel eine heikle Sache: Schokolade allein wirkt ein bisschen langweilig, Spielzeug geht gar nicht, und ein Stiefel voller Mandarinen sieht aus, als hätte man ihn vergessen.
Wir zeigen euch zwanzig Ideen für Jugendliche ab etwa zwölf, die in einen Stiefel passen und nicht nach Kinderkram aussehen.
Was kommt in einen Nikolausstiefel für Jugendliche?
Kleine Gebrauchsdinge statt Spielzeug: Pflege, Haarzubehör, Stifte, Snacks, dazu Guthaben oder ein Gutschein. Der Stiefel ist zu klein für ein Geschenk und zu groß für nur Süßes, deshalb funktioniert eine Mischung aus drei bis fünf Kleinigkeiten am besten. Alles zusammen sollte in eine Hand passen.
Die zwei Regeln
Nichts mit Nikolausmotiv. Rentiere und rote Mützen sind genau das, was ab zwölf peinlich wird.
Der Stiefel ist kein Weihnachtsgeschenk. Wer am 6. Dezember zu groß auffährt, macht den 24. kleiner.
Pflege und Kleinkram
- Lipbalm, das verlässlichste Teil im ganzen Stiefel.
- Gesichtsmasken einzeln, eine reicht.
- Haargummis und Klammern.
- Nagellack in einer Farbe, die du nicht ausgesucht hättest.
- Handcreme für die Schultasche.
- Dicke Socken. Pragmatisch und gemütlich.
Für einen Jungen passen die Punkte 2, 3 und 4 meist nicht. An ihre Stelle treten Haarwachs mit mattem Finish und ein Deo- oder Bodyspray, das er sich selbst nicht kaufen würde. Lipbalm, Handcreme und dicke Socken bleiben, die gehen bei allen. Den freien Platz füllen am besten Snacks aus dem übernächsten Abschnitt.
Für Schule und Schreibtisch
- Fineliner in guten Farben. Klingt nach Schule, ist es nicht, wenn die Farben stimmen.
- Haftnotizen, die man tatsächlich benutzt.
- Sticker fürs Notebook oder die Wasserflasche.
- Ein langes Ladekabel. Zwei Meter reichen vom Bett bis zur Steckdose, ohne dass das Telefon auf dem Nachttisch liegen bleiben muss.
- Ein Notizbuch mit Punktraster statt Linien.
- Ein Stift, der gut schreibt.
Essbares, aber nicht nur Schokolade
- Die Lieblingssnacks, aber die Sorte, die es sonst nicht gibt.
- Eine gute Tafel statt vieler kleiner Süßigkeiten.
- Ein paar Teebeutel zum Ausprobieren.
- Mandarinen und Nüsse. Gehören dazu, aber nicht als Hauptinhalt.
Zettel und Gutscheine
- Ein Guthabencode, den sie selbst einlösen können.
- Ein Gutschein: einmal fahren ohne Diskussion, Ziel bestimmen die Jugendlichen.
- Ein Zettel mit einem Satz, den du sonst nicht sagst. Der bleibt am längsten.
Wie packt man einen Stiefel richtig?
Von unten nach oben und von groß nach klein: Das Sperrigste zuerst, damit es unten liegt, darüber die flachen Sachen, obenauf etwas Buntes, das man beim Hineingreifen als Erstes sieht. Zeitungspapier oder Holzwolle füllt die Lücken, sonst klappert alles nach unten und der Stiefel wirkt halb leer.
Wenn die Sachen zusammen kleiner sind als der Stiefel, ist ein kleinerer Stiefel besser als ein voller Boden. Und ein Zettel gehört obenauf, nicht ganz nach unten: Sonst findet man ihn erst, wenn schon alles ausgepackt ist.
Woher der Brauch mit dem Stiefel kommt
Der 6. Dezember ist der Gedenktag des heiligen Nikolaus von Myra, eines Bischofs aus dem vierten Jahrhundert. Der bekannteste Teil der Überlieferung erzählt, dass er drei Töchtern einer verarmten Familie heimlich Gold zusteckte, indem er es nachts durch das Fenster warf, wo es in den zum Trocknen aufgehängten Strümpfen landete. Daraus wurde der Schuh vor der Tür und daraus der Stiefel.
Regional läuft es verschieden: Mancherorts kommt der Nikolaus selbst und liest aus einem Buch vor, anderswo bleibt es beim Stiefel. Ab dem Teenageralter fällt der Besuch meistens weg, der Stiefel bleibt.
Nikolausstiefel selbst machen
Wer den Stiefel nicht kaufen will: Genäht aus einem alten Wollpullover ist er in einer Stunde fertig und sieht besser aus als alles aus dem Kaufhaus. Gehäkelt und gestrickt geht ebenfalls, dafür gibt es reichlich kostenlose Anleitungen im Netz. Für Jugendliche ist ein schlichter Stoffbeutel oft die bessere Wahl als ein Stiefel mit Motiv, und er lässt sich das ganze Jahr weiterverwenden.
Häufige Fragen
Wie viel kommt in einen Nikolausstiefel?
Drei bis fünf Kleinigkeiten reichen. Üblich sind zehn bis zwanzig Euro insgesamt. Wer deutlich mehr hineinlegt, verschiebt das Verhältnis zum eigentlichen Weihnachtsgeschenk.
Ab wann ist ein Kind zu alt für den Nikolaus?
Für den Stiefel praktisch nie, für die Verkleidung meistens ab acht. Viele Jugendliche stellen den Stiefel weiter raus, auch wenn sie es nicht zugeben. Aufhören sollte man erst, wenn sie es sagen.
Funktioniert das auch für einen Jungen?
Die Struktur ja, die Punkte 2 bis 4 meist nicht. Konkrete Alternativen stehen direkt unter der Pflege-Liste, dazu passen Snacks, Kabel und Guthaben aus den folgenden Abschnitten. Der Zettel am Ende bleibt.
Am 5. oder am 6. Dezember?
Der Stiefel wird am Abend des 5. rausgestellt und am Morgen des 6. geleert. Wer den 6. verpasst, schiebt ihn besser um ein Jahr, statt ihn nachzuholen.
Was, wenn mehrere Kinder im Haus sind?
Gleich viel, aber nicht dasselbe. Der Vergleich passiert sowieso, und zwar sofort. Bei größeren Altersabständen hilft es, den Betrag gleich zu halten und die Anzahl der Teile ebenfalls, dann fällt es nicht auf.
Was kommt bei Jugendlichen gar nicht an?
Alles mit Motiv, Spielzeug jeder Art, Schulsachen ohne Aufforderungscharakter und Süßigkeiten in Kindergrößen. Dazu alles, was nach Restposten aussieht: In diesem Alter erkennt man den Unterschied zwischen ausgesucht und mitgenommen sofort.
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Titelfoto: Jakob Owens auf Unsplash