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Wichteln im Büro ist die Disziplin, in der man mit Sicherheit etwas falsch machen kann: zu persönlich, zu billig, zu offensichtlich vom Grabbeltisch. Und weil alle danebenstehen, wenn ausgepackt wird, merkt man es sofort.

Hier stehen zwanzig Ideen für Kolleginnen, sortiert danach, was sie über euer Verhältnis aussagen.

Was schenkt man einer Kollegin beim Wichteln?

Am besten etwas Verbrauchbares oder etwas für den Schreibtisch: guter Kaffee oder Tee, eine Handcreme, ein Notizbuch, eine kleine Pflanze. Kleidung, Kosmetik mit Duft und alles Anzügliche gehören nicht dazu, weil sie eine Nähe voraussetzen, die im Büro selten gegeben ist. Die sichere Wahl ist etwas, das in vier Wochen aufgebraucht ist.

Wie läuft Wichteln im Büro ab?

Alle Namen kommen in einen Topf, jede zieht einen, und niemand verrät, wen sie hat. Vorher werden zwei Dinge festgelegt: ein Höchstbetrag und ein Termin. Ausgepackt wird gemeinsam, meistens bei der Weihnachtsfeier. Wer nicht mitmachen will, sagt das vorher und muss sich nicht erklären.

Die häufigsten Varianten

  • Klassisch. Jede zieht einen Namen und schenkt genau dieser Person.
  • Würfelwichteln. Alle Geschenke kommen anonym in die Mitte, dann wird reihum gewürfelt: bei einer Sechs darf man sich eines nehmen, später darf man tauschen. Dauert länger und macht mehr her, funktioniert aber erst ab etwa acht Leuten.
  • Schrottwichteln. Verschenkt wird nur, was schon im Haus ist. Dazu unten mehr.
  • Mottowichteln. Alle Geschenke folgen einem Thema. Der Weg mit der höchsten Trefferquote, wenn man sich kaum kennt.

Wer organisiert, sollte den Höchstbetrag eher niedrig ansetzen. Fünfzehn Euro sind für die meisten unproblematisch, dreißig sind es für manche nicht, und niemand sagt das laut.

Die drei Regeln

Nichts, was sie hinstellen muss. Dekoration ist eine Verpflichtung: Sie muss irgendwo hin, und wenn sie weg ist, fällt es auf.

Nichts über den Körper. Keine Größen, keine Cremes gegen etwas, keine Sprüche über Kaffeekonsum oder Feierabendwein. Das ist der häufigste Fehlgriff und der unangenehmste.

Das Preislimit ist eine Obergrenze, keine Zielmarke. Wer deutlich darüber liegt, bringt alle anderen in Verlegenheit.

Zum Aufbrauchen

  1. Ein Kaffee-Probierset, wenn sie Kaffee trinkt, und das weiß man im Büro.
  2. Ein Tee-Sortiment als sichere Alternative.
  3. Gute Schokolade, aber eine, die sie sich nicht selbst kauft.
  4. Ein Gewürz, das man nicht im Regal hat, für alle, die kochen.
  5. Eine Handcreme, im Winter das meistbenutzte Wichtelgeschenk überhaupt.
  6. Lippenbalsam, dasselbe in klein.

Für den Schreibtisch

  1. Ein Notizbuch mit Punktraster, das benutzt wird, statt schön dazuliegen.
  2. Ein Stift, der wirklich gut schreibt. Klingt banal, fällt jeden Tag auf.
  3. Haftnotizen in guten Farben, das unspektakulärste Geschenk auf der Liste.
  4. Eine kleine Pflanze, die auch drei Wochen Urlaub übersteht.
  5. Eine schlichte Tasse ohne Spruch, damit sie nicht zur Ansage wird.
  6. Ein kurzes Ladekabel für die Schublade.

Wenn ihr euch besser kennt

  1. Ein Buch mit kurzen Geschichten, das man zwischendurch weglegen kann.
  2. Eine kleine Duftkerze, aber nur bei Kolleginnen, deren Geschmack ihr kennt.
  3. Dicke Socken, unromantisch und im Januar täglich getragen.
  4. Ein Thermobecher für den Weg zur Arbeit.
  5. Etwas Selbstgemachtes aus der Küche, mit Zettel, was drin ist.
  6. Ein Gutschein für eine Mittagspause außerhalb, die ihr gemeinsam macht.

Zwei, die immer gehen

  1. Eine Karte mit einem Satz, der nur für sie stimmt. Kostet nichts und wird als Einziges aufgehoben.
  2. Eine Postkarte mit Botschaft aus unserem eigenen Shop, dazu etwas Kleines aus der Liste oben.

Wichteln mit Motto: sechs, die funktionieren

Ein Motto nimmt der Auswahl das Beliebige und schützt davor, dass jemand ein Geschenk bekommt, das offensichtlich in letzter Minute mitgenommen wurde. Diese sechs haben sich bewährt:

  • Klein aber fein. Höchstens handtellergroß. Zwingt zu etwas Ausgesuchtem statt zu etwas Großem.
  • Alles aufbrauchbar. Nichts, was stehen bleibt. Das beste Motto für Büros.
  • Aus deiner Heimat. Etwas von dort, wo man herkommt, mit einem Satz dazu. Funktioniert besonders gut in gemischten Teams.
  • Nur Selbstgemachtes. Marmelade, Plätzchen, Gewürzmischung. Braucht Vorlauf und einen Zettel mit den Zutaten.
  • Etwas, das mir geholfen hat. Ein Buch, ein Werkzeug, eine Kleinigkeit mit Begründung. Das persönlichste Motto und das schönste.
  • Eine Farbe. Klingt albern, ist beim Auspacken aber das unterhaltsamste.

Wichtig ist nur, dass das Motto vor dem Ziehen feststeht und dass es niemanden ausschließt. „Etwas aus deinem letzten Urlaub“ trifft alle, die keinen hatten.

Schrottwichteln: was erlaubt ist und was nicht

Beim Schrottwichteln wird nichts gekauft. Verschenkt wird, was ohnehin im Haus steht und dort niemandem fehlt. Die Grenze ist einfach: Es darf albern sein, aber es darf niemanden vorführen. Ein Witz auf Kosten der Beschenkten ist kein Schrottwichteln, sondern eine Bemerkung mit Schleife.

Was gut funktioniert

  • Das dritte Kochbuch, das nie aufgeschlagen wurde
  • Ein Werbegeschenk von einer Messe, ungeöffnet
  • Ein Küchengerät für genau einen Zweck, den niemand hat
  • Eine Kerze in einer Farbe, die nicht ins Zimmer passte
  • Ein Puzzle, bei dem man dazusagt, ob alle Teile da sind
  • Etwas mit einer Geschichte, die beim Auspacken erzählt wird. Das ist der eigentliche Sinn.

Was nicht geht

Angebrochene Lebensmittel, benutzte Kosmetik, alles mit Flecken, und alles, was auf ein Merkmal der Beschenkten anspielt. Dazu Dinge, die nur entsorgt werden sollen: Wer echten Müll verschenkt, gibt die Entsorgung weiter, und das merkt man.

Wichtelgeschenk verpacken

Anonym, also ohne Handschrift auf dem Anhänger und ohne das Papier, das seit drei Jahren im Büro liegt. Braunes Packpapier und eine Schnur reichen und sehen besser aus als Glitzerfolie. Wenn das Geschenk klein ist, hilft eine größere Schachtel mit Papier darin, sonst wirkt es beim Auspacken nach nichts.

Ein Zettel gehört trotzdem dazu: bei Selbstgemachtem die Zutaten, bei allem anderen ein Satz, warum es dieses Ding geworden ist. Der Satz ist oft das, woran sich hinterher jemand erinnert.

Häufige Fragen

Wie viel gibt man für ein Wichtelgeschenk aus?

Üblich sind fünf bis zwanzig Euro, meistens wird vorher ein Betrag festgelegt. Haltet euch daran, auch nach unten: Wer deutlich mehr ausgibt, macht es allen anderen unangenehm.

Was schenkt man einer Kollegin, die man kaum kennt?

Etwas zum Aufbrauchen aus der ersten Liste. Kaffee, Tee, Schokolade und Handcreme setzen kein Wissen über die Person voraus und landen trotzdem nicht im Schrank. Fragt dafür niemanden aus dem Team aus, das spricht sich herum. Legt lieber eine Karte dazu, in der steht, dass ihr euch noch nicht kennt. Das ist ehrlicher als ein Geschenk, das Vertrautheit vortäuscht.

Geht auch etwas Selbstgemachtes?

Ja, mit Zettel, was darin ist. Ohne Angabe der Zutaten ist Selbstgemachtes im Büro leider unbrauchbar, weil niemand nach Unverträglichkeiten fragen mag.

Wichteln im Lehrerzimmer, geht das anders?

Im Kern nicht, nur ist die Gruppe größer und man sieht sich täglich. Deshalb dort besonders bei Aufbrauchbarem bleiben und Motto-Wichteln erwägen: Bei zwanzig Personen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, jemanden zu ziehen, den man kaum kennt.

Darf man ein Wichtelgeschenk weiterverschenken?

Ja, außer beim Schrottwichteln, dort ist es der Sinn der Sache. Bei allem anderen gilt nur: nicht im selben Büro und nicht im selben Jahr.

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