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Ab einem bestimmten Alter geht der gekaufte Kalender nicht mehr. Schokolade ist zu wenig, Spielzeug ist peinlich, und alles dazwischen sieht aus, als hätte man es im Vorbeigehen mitgenommen.
Der schwierige Teil an einem selbst gefüllten Kalender ist nicht die einzelne Idee. Es sind die vierundzwanzig. Wer nur sammelt, was gefällt, hat nach zehn Türchen dasselbe dreimal und ab dem 15. nur noch Süßigkeiten. Hier steht deshalb zuerst der Bauplan und danach die Ideen.
Was kommt in einen Adventskalender für Teenager?
In einen Teenager-Adventskalender gehören kleine Gebrauchsdinge statt Spielzeug, dazu Gutscheine für Zeit ohne Geschwister und Türchen, die aufeinander aufbauen. Entscheidend ist weniger der einzelne Inhalt als die Mischung: Wiederholt sich etwas dreimal, fällt es sofort auf, weil der Kalender einen ganzen Monat lang jeden Morgen bewertet wird.
Der Bauplan: wie sich vierundzwanzig Türchen aufteilen
Diese Aufteilung hat sich bewährt und lässt sich in zehn Minuten auf einen Zettel schreiben, bevor irgendetwas gekauft wird. Sie verhindert genau die zwei Fehler, die selbst gefüllte Kalender kippen lassen: zu viel Gleiches und ein leerer zweiter Halbmonat.
- Acht Türchen kosten nichts. Zettel, Gutscheine, Zeit. Am besten gleichmäßig verteilt, nicht gebündelt am Anfang.
- Acht Türchen bauen aufeinander auf. Der Teil, den ein Nikolausstiefel nicht kann, siehe unten.
- Fünf Türchen sind Kleinigkeiten zum Verbrauchen. Weniger als man denkt, und das reicht.
- Drei Türchen sind groß: der 6., der 19. und der 24.
Die drei Regeln dazu. Keine Motive, also kein Weihnachtsmann und keine Elfen. Nichts, was nach Erziehung aussieht, ein Vokabelheft hinter einem Türchen kommt selten gut an. Und nichts Verderbliches in die Türchen, wenn der Kalender schon Ende November hängt.
Acht Türchen, die aufeinander aufbauen
Das ist der eigentliche Vorteil eines Kalenders gegenüber einem einzelnen Geschenk: Etwas darf sich über Tage entwickeln. Diese acht Ideen funktionieren nur, weil vierundzwanzig Türchen Zeit dafür da sind.
- Ein Puzzle in vier Portionen. Türchen 3, 8, 13 und 18. Am 18. ist es vollständig, und zwischendurch liegt es sichtbar herum.
- Ein Konzert in Etappen statt einzelner Lieder. Seit fast jede Familie ein Streaming-Abo hat, ist ein verschenktes Lied kein Geschenk mehr, sie hat es ohnehin schon. Was ein Abo nicht kann, ist der Abend selbst. Türchen 4 eine Zeile aus dem Text, Türchen 10 die Stadt, Türchen 17 das Datum, Türchen 23 die Karten. Liegt der Termin im Frühjahr, hat sie nach Weihnachten noch etwas vor sich. Wer dafür nicht so viel ausgeben will, nimmt eine Karte für etwas Kleineres: eine Lesung, einen Poetry Slam oder ein Spiel der Mannschaft, die sie verfolgt.
- Eine Geschichte in Fortsetzungen. Vier Zettel mit je einem Absatz über etwas, das ihr zusammen erlebt habt und das sie nur halb erinnert.
- Vier Fotos in zeitlicher Reihenfolge. Eines pro Woche, vom ältesten zum neuesten. Das letzte ist von diesem Jahr.
- Ein Gutschein, der erst durch den nächsten vollständig wird. Türchen 9: ein Nachmittag. Türchen 16: wohin. Türchen 21: wer mitkommt.
- Eine Sache, die in Teilen kommt. Erst die Hülle, später der Inhalt. Funktioniert mit fast allem und macht aus zwei Türchen ein Ereignis.
- Ein Brief in vier Absätzen. Einer pro Woche, am 24. der letzte. Wenn dir die Worte fehlen, findest du in Brief an meine Tochter zum 18. Geburtstag eine Vorlage.
- Ein Countdown auf einem einzigen Zettel. Jede Woche ein Hinweis auf das große Türchen am 24., jeder für sich unverständlich, zusammen eindeutig.
Der Rätsel-Kalender, wenn dir vierundzwanzig Ideen zu viel sind
Es gibt einen Weg, der weniger Inhalt braucht und trotzdem länger trägt: Der Kalender wird zum Rätsel. Statt vierundzwanzig verschiedener Dinge versteckst du **eine** Sache und verteilst den Weg dorthin auf die Türchen. Das funktioniert ab etwa vierzehn besonders gut, weil in dem Alter das Knacken interessanter ist als das Auspacken.
- Ein Zahlencode über vierundzwanzig Tage. Jedes Türchen enthält eine Ziffer, am 24. öffnet die Zahlenfolge eine kleine Kassette mit Zahlenschloss. Darin liegt das eigentliche Geschenk. Die Kassette steht ab dem 1. Dezember sichtbar herum, und genau das ist der Reiz.
- Ein Wort pro Tag. Vierundzwanzig Zettel ergeben in der richtigen Reihenfolge einen Satz. Er kann ein Ort sein, an den ihr fahrt, oder einfach etwas, das du ihr sonst nicht sagst.
- Ein Bild in vierundzwanzig Teilen. Ein Foto ausdrucken, zerschneiden, pro Türchen ein Stück. Bis zum 20. erkennt sie nichts, danach plötzlich alles.
- Eine Frage pro Tag über eure Familie. Wo waren wir im Sommer vor drei Jahren? Wie hieß der erste Hund? Die richtigen Antworten ergeben am Ende die Zahlenkombination.
- Ein Krimi in Fortsetzungen. Selbst geschrieben, ein Absatz pro Tag, der Täter steht am 23. fest. Aufwendig, aber vielleicht redet ihr noch Jahre später darüber.
Der Vorteil ist praktisch, nicht nur romantisch: Ein Rätsel-Kalender braucht **ein** Geschenk statt zwanzig Kleinigkeiten. Wer im November merkt, dass die Ideen nicht reichen, kann bis Ende November umschwenken, ohne noch einmal einkaufen zu gehen.
Acht Türchen, die nichts kosten
- Eine Stunde allein zu Hause. Ohne Geschwister, ohne Fragen.
- Ausschlafen an einem Wochenende im Januar, an dem sonst etwas anstünde.
- Einmal fahren ohne Diskussion. Wohin, entscheidet sie.
- Ein Abend, an dem ihr beide das Handy weglegt und sie den Film aussucht.
- Ein Gutschein, einzulösen im Februar. Der Monat, in dem nichts mehr los ist.
- Einmal Frühstück ans Bett, an einem Tag, den sie nennt.
- Eine Aufgabe im Haushalt, die diesen Monat jemand anders übernimmt.
- Ein Freibrief für einen Abend mit Freundinnen, ohne Rückfragen zur Uhrzeit.
Fünf Kleinigkeiten, mehr braucht es nicht
Hier reicht wenig, weil die Türchen oben schon tragen. Wer mehr Ware hineinlegt, macht aus dem Kalender ein zweites Weihnachtsgeschenk.
- Eine kleine Duftkerze im Glas für den Schreibtisch.
- Ein Buch, aber eines, das sie sich selbst aussuchen würde, nicht eines, das du gut findest.
- Eine Trinkflasche, wenn die alte verloren ist. Das ist sie meistens.
- Ihre Lieblingssnacks, aber die Sorte, die sie sonst nicht bekommt.
- Ein Guthabencode, den sie selbst einlöst. Nicht spannend, aber ehrlich.
Die drei großen Türchen: der 6., der 19. und der 24.
- Der 6. Weil an dem Tag ohnehin etwas erwartet wird. Wer den Nikolaus separat feiert, findet die passenden Ideen in Nikolausstiefel füllen ab 12 Jahren; dort geht es um den einzelnen Stiefel statt um vierundzwanzig Türchen.
- Der 19. Ein Kinoabend zu zweit, Termin schon eingetragen. Früh genug, dass noch Vorfreude bleibt.
- Der 24. Der letzte Absatz des Briefes von oben, handgeschrieben. Das ist das Türchen, an das sie sich in fünf Jahren erinnert.
Woraus man den Kalender baut
Am wenigsten falsch machen kann man mit vierundzwanzig braunen Papiertüten, einer Schnur und Wäscheklammern. Die Zahlen mit schwarzem Stift daraufschreiben, fertig. Wer es länger nutzen will, nimmt Stoffbeutel zum Befüllen; die halten Jahre und lassen sich im nächsten Dezember wieder verwenden.
Zwei Dinge machen den Unterschied zwischen selbst gemacht und improvisiert. Alle Tüten sollen gleich aussehen, nur die Zahl unterscheidet sie.
Wann fängt man an zu packen?
Ende Oktober. Nicht weil es lange dauert, sondern weil im November die Zeit fehlt und man dann Fertiges kauft. Bestellungen sollten bis Mitte November da sein, dann bleibt eine Woche zum Beschriften und Aufhängen. Der Bauplan von oben lohnt sich schon im Oktober, auch wenn noch nichts gekauft ist.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter ist ein Kinderkalender zu wenig?
Etwa ab zwölf. Ab da fällt auf, dass der Inhalt nicht zum Alter passt, und der Kalender wird höflich abgearbeitet statt aufgemacht.
Was kostet ein selbst gefüllter Teenager-Kalender?
Mit diesem Bauplan deutlich weniger als mit einer reinen Produktliste, weil sechzehn der vierundzwanzig Türchen keine Ware enthalten. Nach oben ist es offen, aber irgendwann wird der Kalender zum zweiten Weihnachtsgeschenk und das eigentliche wirkt danach klein.
Wie verhindert man, dass sich Türchen wiederholen?
Indem man vor dem Kaufen aufschreibt, welches Türchen welche Art enthält, und erst danach befüllt. Wer umgekehrt vorgeht, hat am 20. drei Lipglosse und keine Idee mehr.
Funktioniert das auch für einen Teenager-Sohn?
Der Bauplan und die acht aufeinander aufbauenden Türchen ja, unverändert. Bei den fünf Kleinigkeiten treten üblicherweise Snacks, Kabel und Guthaben an die Stelle von Kerze und Trinkflasche.
Wo hängt man den Kalender auf?
Nur im Wohnzimmer, wenn sie es noch mögen. In diesem Alter darf er aber auch ins eigene Zimmer oder an die Zimmertür.
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Für den einzelnen Stiefel am 6. Dezember steht alles in Nikolausstiefel füllen ab 12 Jahren. Und wenn du dich fragst, was von alldem bleibt, wenn die Kinder aus dem Haus sind: Weihnachtstraditionen, die bleiben, wenn die Kinder groß sind.