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Was ist Petrópolis?

Eine Stadt rund siebzig Kilometer nördlich von Rio de Janeiro, in den Bergen und deutlich kühler als die Küste. Gegründet wurde sie 1845 von deutschsprachigen Einwanderern, vor allem aus dem Hunsrück, und das sieht man bis heute an Ortsnamen, Fachwerk und Kirchen. Kaiser Pedro II. machte sie zu seiner Sommerresidenz.

Ein deutsches Städtchen in den Bergen bei Rio

Mein Mann und ich wurden neulich zu einer Hochzeit in Petrópolis eingeladen. Diese Einladung haben wir prompt genutzt, um uns das kleine Städtchen unweit der Großstadt Rio de Janeiros anzuschauen. Ich wollte dort schon seit langer Zeit einmal hinfahren, denn es ist nicht nur irgendeine Stadt! Petrópolis befindet sich ca. 70 km nördlich von Rio de Janeiro und liegt in den Bergen. Das Spannende dabei ist, dass Petrópolis im Jahr 1825 ursprünglich von deutschsprachigen Einwanderern gegründet wurde.

Bin ich in Rheinland-Pfalz?

Schon kurz hinter dem Ortseingang traute ich meinen Augen nicht: „Bingen“, „Ingelheim“ und „Mosel“. Bin ich plötzlich innerhalb einer Stunde Fahrtzeit in Rheinland-Pfalz? Nein, auch das ist Brasilien! Ab dem Jahr 1843 kamen weitere deutsche Kolonisten nach Petrópolis, um die Stadt für den damaligen Kaiser Rio de Janeiros in eine würdige Sommerresidenz zu verwandeln. Diese deutschen Einflüsse kannst du noch bis heute sehen, auch wenn auf der Straße lediglich Portugiesisch gesprochen wird. Und auch beim Thema Fußball ist Petrópolis ganz vorn dabei: unser Stürmer Kevin Kurányi wuchs in Petrópolis auf.

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Palast oder Villa? Der Mix macht es aus!

Die Architektur in Petrópolis ist ein Mix aus verschiedenen europäischen Ländern. Ich traf auf prächtige und prunkvolle Paläste, kleine restaurierte Villen, auf Straßen aus Pflastersteinen sowie römisch-katholische Kirchen. Neben all dem, habe ich aber auch einzigartige Gebäude gesehen, wie den Kristallpalast „Palácio de Cristal“, der 1884 von der brasilianischen Prinzessin Isabel eröffnet wurde. Das ist ein Gebäude komplett aus Glas. So etwas kannte ich vorher nur von Gewächshäusern. Aber in dem Kristallpalast gibt es tatsächliche viele Veranstaltungen, wie Hochzeiten oder Konzerte.

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Meine Ausflugstipps für dich:

Petrópolis ist gerade für diejenigen eine Reise wert, die ohnehin schon Rio de Janeiro besuchen. Mit dem Auto oder Bus bist du schnell in Petrópolis und kannst die Stadt bequem zu Fuß erkunden. Neben dem „Palácio de Cristal“ solltest du auch den „Palácio Quitandinha“, ein privates Luxushotel, besichtigen. Auch das kaiserliche Museum „Museu Imperial“ ist einen Besuch wert. Wenn dir das noch nicht genug ist oder dich die Geschichte der Luftfahrt interessiert, kannst du dem Sommerhaus von Santos Dumont, dem brasilianischen Flugpionier und Vater der Luftfahrt, einen Besuch abstatten.

Ich werde mit großer Sicherheit wiederkehren, um in dieser wunderschönen Stadt Petrópolis für kurze Zeit meiner Heimat zu begegnen!

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Was kann man in Petrópolis besichtigen?

Drei Dinge stehen auf jeder Liste, und alle drei lohnen sich. Das Museu Imperial, der frühere Sommerpalast, in dem man in Filzpantoffeln über das Parkett läuft. Die Kathedrale São Pedro de Alcântara im neugotischen Stil, in der die Kaiserfamilie bestattet ist. Und das Casa de Santos Dumont, das schmale Haus des brasilianischen Luftfahrtpioniers, in dem selbst die Treppe eine Erfindung ist. Dazu kommt das Palácio de Cristal, eine Glaskonstruktion aus dem 19. Jahrhundert.

Wie kommt man von Rio nach Petrópolis?

Mit dem Bus vom Busbahnhof Novo Rio, die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa anderthalb bis zwei Stunden. Mit dem Auto führt die Strecke über die Serra, eine kurvige Bergstraße mit Nebel und häufig langsamen Lastwagen; wer nicht geübt ist, nimmt lieber den Bus. Der Höhenunterschied ist der eigentliche Punkt der Reise: Oben ist es oft zehn Grad kühler als in Rio, und abends braucht man tatsächlich eine Jacke.

Lohnt sich ein Tagesausflug oder besser eine Übernachtung?

Ein Tag reicht für die drei großen Häuser, wird aber eng. Wer ausschlafen und in Ruhe essen möchte, bleibt eine Nacht, und das ist mit Kindern deutlich entspannter, weil der Rückweg über die Serra am Abend die anstrengendste Stunde des Tages wäre. Als Tagesausflug funktioniert es am besten unter der Woche, an Wochenenden fahren viele Cariocas ins Kühle und die Straße steht.

Was ist mit Kindern dort möglich?

Mehr, als eine Museumsstadt vermuten lässt. Das Museu Imperial mag für kleine Kinder zäh sein, das Haus von Santos Dumont dagegen ist klein, seltsam und schnell durchlaufen. Dazu Parks, Wasserfälle in der Umgebung und die Möglichkeit, den ganzen Tag draußen zu sein, ohne dass es zu heiß wird. Nimm feste Schuhe mit, die Straßen sind steil und gepflastert, und Kinderwagen sind dort mühsam.