Wir haben es geschafft und die 11.000 km zurück nach Rio de Janeiro angetreten. Du kannst dich sicherlich noch an meinen Reisebericht vom Hinflug erinnern? Bei diesem war ich ja alleine mit Baby unterwegs und habe allerhand erlebt.
Den Rückflug haben wir als Familie gemeinsam angetreten. Allerdings war es diesmal ein Flug über den gesamten Tag hinweg und dieser hatte es ganz schön in sich.
Wie läuft ein Langstreckenflug mit Baby als Familie?
Anders als allein, und meistens leichter. Zu zweit lässt sich die Betreuung in Schichten aufteilen, einer isst, während der andere trägt. Der Unterschied liegt weniger am Kind als an der Tageszeit: Ein Flug über den ganzen Tag verlangt zwölf Stunden Beschäftigung, ein Nachtflug verlangt Nerven, wenn das Kind nicht schläft.
Mit Baby auf Reisen: ein Langstreckenflug der besonderen Art
Wie sich das Reisen für Eltern mit einem Baby anfühlt und was alles passieren kann, erfährst du in meinem Bericht mit exklusiven Videos aus dem Flieger:
Was beschäftigt ein Baby zwölf Stunden lang?
Nicht ein großes Spielzeug, sondern viele kleine Wechsel. Bewährt hat sich, für jede Flugstunde eine Kleinigkeit einzupacken, alles neu und einzeln eingewickelt: Aufkleber, ein kleines Buch, ein Becher, ein Schlüsselbund, Malzeug. Dazu die Dinge im Flugzeug selbst, die für Babys interessanter sind als jedes Spielzeug, also der Vorhang, das Fenster und die Menschen in der Reihe dahinter. Bildschirmzeit ist auf einem Langstreckenflug kein Erziehungsthema, sondern ein Werkzeug.
Wie kommt man mit der Zeitverschiebung zurecht?
Indem man sofort nach der Landung auf die neue Zeit umstellt und Licht nutzt. Tageslicht am Vormittag hilft dem Körper mehr als jeder Plan. Rechne mit etwa einem Tag Anpassung pro Stunde Verschiebung, bei kleinen Kindern eher etwas länger. Der Mittagsschlaf ist dabei der beste Hebel: Er lässt sich über mehrere Tage in kleinen Schritten verschieben, ohne dass jemand nachts wach liegt. Und die erste Nacht nach der Ankunft wird kurz, das lässt sich nicht verhindern, nur einplanen.
Wie viel Gepäck darf ein Baby mitnehmen?
Das unterscheidet sich stark zwischen den Gesellschaften, deshalb steht die Antwort nur in den Beförderungsbedingungen der eigenen Airline. Üblich sind ein zusätzliches Gepäckstück für das Kind und die kostenfreie Mitnahme von Kinderwagen und Autositz. Kläre vor der Buchung, ob der Kinderwagen bis zum Flugzeug mitgenommen werden darf oder am Check-in abgegeben werden muss, denn das entscheidet, wie du am Umsteigeflughafen zurechtkommst.
Was hilft, wenn das Baby im Flugzeug nicht aufhört zu weinen?
Aufstehen und gehen. Der hintere Bereich am Bordküchenraum ist der einzige Ort, an dem man mit einem Kind auf und ab laufen kann, und Bewegung wirkt bei Babys zuverlässiger als jeder Beruhigungsversuch im Sitz. Die Umgebung reagiert deutlich gelassener, als man befürchtet, besonders wenn sichtbar ist, dass jemand sich kümmert. Und der Flug hört auf, das ist der Satz, den man sich in der neunten Stunde vorsagt.
Braucht ein Baby einen eigenen Sitzplatz?
Bis zum zweiten Geburtstag nicht, danach schon. Kinder unter zwei fliegen als Babys auf dem Schoß und zahlen nur einen kleinen Anteil des Preises, gesichert mit einem Schlaufengurt am Gurt des Erwachsenen. Wer trotzdem einen eigenen Platz bucht, kann einen für das Flugzeug zugelassenen Kindersitz mitnehmen, und viele Eltern finden das auf einem Langstreckenflug ruhiger, weil das Kind gewohnt sitzt und darin auch schläft. Ob ein Sitz zugelassen ist, steht auf einem Aufkleber am Sitz selbst, und die Airline muss ihn vorher freigeben.
Was tun bei einem Zwischenstopp mit Kind?
Genug Zeit einplanen und die Wege vorher ansehen. Eine Umsteigezeit, die für Erwachsene reicht, ist mit Kind und Gepäck oft zu knapp, besonders wenn Terminal und Sicherheitskontrolle gewechselt werden. Zwei bis drei Stunden sind entspannt, alles darunter wird zum Rennen. Große Flughäfen haben Familienbereiche mit Wickelraum und Spielfläche, und die Suche danach lohnt sich, weil eine halbe Stunde Herumlaufen vor dem Weiterflug den zweiten Abschnitt deutlich ruhiger macht.