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Bei Babys und Kleinkindern ist ein Kostüm eine andere Aufgabe als bei größeren Kindern. Es muss zwölf Stunden am Stück auszuhalten sein, im Autositz nicht drücken, beim Wickeln nicht im Weg sein und trotzdem so aussehen, dass alle auf der Feier lächeln.
Hier stehen vierzehn Ideen für die ersten drei Lebensjahre, sortiert nach Aufwand. Und ganz am Ende der Tipp, der jeden verpatzten Faschingsmorgen rettet.
Was macht ein gutes Kostüm für ein Baby aus?
Es baut auf einem einfarbigen Body oder Strampler auf und ergänzt ihn nur um ein Erkennungsmerkmal: Ohren, eine Kappe, ein aufgeklebtes Muster. Nichts über den Kopf, nichts um den Hals, keine Kordeln, keine kleinen Teile zum Ablösen. Und alles muss zum Wickeln aufgehen, sonst wird das Kostüm nach der ersten Stunde ausgezogen.
Die Regeln, an denen kein Babykostüm vorbeikommt
| Punkt | Warum |
|---|---|
| keine Kordeln am Hals | Strangulationsgefahr, gilt auch für Kapuzenbänder |
| nichts Kleines zum Abziehen | Knöpfe, Perlen und Wackelaugen landen im Mund |
| Wickelzugang muss bleiben | sonst wird das Kostüm beim ersten Wechsel ausgezogen |
| keine Masken, keine Schminke | vor drei Jahren nicht, die Haut ist zu dünn und die Sicht zu wichtig |
| warm genug für draußen | Fasching ist im Februar, ein Body allein reicht nicht |
Wer einen einfarbigen Langarmbody in einer kräftigen Farbe im Haus hat, ist für die Hälfte der Ideen unten schon fertig ausgestattet.
In zwanzig Minuten fertig
Diese vier brauchen keinen Bastelabend, nur eine ruhige halbe Stunde am Vortag.
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Die kleine Schildkröte. Ein grüner Body, dazu ein Panzer aus einem grünen Kissen oder einem Stück Filz, mit sechseckigen Flicken beklebt. Er wird nur aufgelegt und mit zwei Bändern über den Schultern gehalten, damit das Kind auf dem Rücken liegen kann.
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Die Popcorn-Tüte. Ein weißer Body, rote Streifen aus Klebeband, und oben ein paar Wattebäusche als Popcorn. Sieht aufwendiger aus, als es ist, und ist das Kostüm mit der besten Wirkung auf Fotos.
Die Erdbeere. Roter Body, aufgeklebte schwarze Punkte aus Filz, dazu eine grüne Mütze mit Zacken. Wer keine grüne Mütze hat, näht die Zacken einfach auf eine vorhandene.
Das Rehkitz. Beiger Strampler, weiße Punkte auf den Rücken getupft, zwei Ohren auf einem weichen Stirnband. Kein Geweih, das drückt beim Liegen.
Ein Bastelabend, dafür mit Wirkung
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Der Pinguin. Schwarzer Body, weißer Bauchfleck aus Filz, ein oranger Schnabel und zwei Füße. Der Schnabel wird auf eine Mütze genäht statt auf eine Maske, damit das Gesicht frei bleibt.
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Der Held mit Raketenantrieb. Zwei Plastikflaschen, silbern besprüht, mit Krepppapier als Flamme, an einen kleinen Rucksack geschnallt. Für Kleinkinder ab etwa zwei, die schon sicher laufen; für Babys ist der Rucksack zu schwer.
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Die Rakete. Ein Karton, zwei Flossen, oben eine Spitze. Wichtig ist, dass das Kind darin sitzen kann, sonst dauert die Freude zehn Minuten. Schneide den Karton unten weit genug aus.
Der Regenbogen. Sieben Streifen Filz oder Krepppapier in Bogenform auf ein weißes Oberteil geklebt, dazu eine Wolke aus Watte auf jeder Schulter. Das Kostüm, an dem Kinder am längsten Freude haben, weil sie die Farben abzählen.
Das Lämmchen. Weißer Strampler, Wattebäusche flächig aufgeklebt, zwei Ohren. Der Klassiker, und der einzige, bei dem der Kleber wirklich waschfest sein muss.
Für die Großen unter den Kleinen
Ab etwa zwei Jahren geht auch etwas, das eine Idee transportiert und nicht nur ein Tier zeigt. Diese drei funktionieren, weil sie mit normaler Kleidung anfangen.
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Clark Kent. Weißes Hemd, darunter ein blaues Shirt mit aufgeklebtem Logo, dazu eine Brille ohne Gläser. Das Hemd wird an zwei Knöpfen geöffnet, fertig. Zieht auf jeder Feier die Erwachsenen an.
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Mini-Einstein. Ein weißes Hemd, eine Weste, und die Frisur macht den Rest: Haare mit etwas Gel nach oben, bei kurzen Haaren tut es eine weiße Wuschelperücke. Ein aufgemalter Schnurrbart ist ab drei Jahren in Ordnung, davor besser nicht.
Peter Pan. Grünes Oberteil, brauner Gürtel, eine grüne Mütze mit roter Feder. Braucht kein einziges Nähstück und funktioniert mit dem, was ohnehin im Schrank hängt.
Die kleine Fashionista. Ein schlichtes schwarzes Kleid, eine große Sonnenbrille, ein Bob-Haarschnitt oder eine Perücke. Wirkt vor allem, weil ein Kleinkind mit Sonnenbrille immer lustig ist.
Tiere aus einem Umhang. Ein Stück Filz als Umhang, Ohren auf der Kapuze, ein Schwanz hinten. Mit derselben Grundform entsteht Fuchs, Bär, Maus oder Katze, je nach Farbe und Ohrenform. Wer einmal einen Schnitt hat, macht daraus jedes Jahr ein anderes Tier.
Der Turbo-Tipp für den Morgen, an dem nichts fertig ist
Ein einfarbiger Body oder Pulli, dazu ein Haarreif mit Ohren, und ein passender Schwanz aus einem Stück Stoff. Das ist in fünf Minuten angezogen, hält den ganzen Tag und wird von jedem als Kostüm erkannt. Ein Haarreif mit Tierohren ist die einzige Anschaffung, die sich für mehrere Fasching hintereinander lohnt.
Und der ehrlichste Satz zum Schluss: Ein Baby merkt vom Kostüm nichts. Es merkt, ob es warm hat, satt ist und ob du entspannt bist. Wenn die Wahl zwischen einem aufwendigen Kostüm und einem ruhigen Morgen steht, nimm den ruhigen Morgen.
Häufige Fragen zu Kostümen für Babys und Kleinkinder
Ab welchem Alter lohnt sich ein Kostüm überhaupt?
Für das Kind ab etwa zwei Jahren, vorher ist es ein Kostüm für die Erwachsenen. Das ist kein Argument dagegen, man sollte es nur wissen: Ein einjähriges Kind hat nichts davon, außer dass alle es anlächeln, und das ist auch etwas wert.
Was ist bei Babykostümen gefährlich?
Kordeln und Bänder am Hals, kleine aufgeklebte Teile, enge Kapuzen und alles, was die Sicht nimmt. Masken und Schminke gehören vor drei Jahren nicht ins Gesicht. Und ein Kostüm, das nicht zum Wickeln aufgeht, wird ohnehin nach einer Stunde ausgezogen.
Wie hält man ein Kostüm bei Kälte warm?
Von innen, nicht von außen. Eine dünne Thermounterwäsche unter dem Body ist besser als eine Jacke darüber, weil sie die Silhouette nicht zerstört. Für draußen dann trotzdem eine Jacke, und das Kostüm wird eben drinnen bewundert.
Was, wenn das Kind das Kostüm ablehnt?
Nicht überreden. Leg es hin und mach etwas anderes; sehr oft kommt ein Kleinkind eine halbe Stunde später von allein darauf zurück. Und wenn nicht, geht es eben im Lieblingspulli, und niemand außer dir merkt es.
Nähen oder kleben?
Kleben, außer bei etwas, das gewaschen werden muss. Filz franst nicht und hält mit Textilkleber erstaunlich lange. Genäht wird nur, was ein Kind in den Mund nehmen könnte, denn ein geklebtes Teil löst sich irgendwann.
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Titelfoto: Jeremy McKnight auf Unsplash