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Alle Eltern kennen dieses Problem: Wohin mit den abertausend Bildern, die unsere Kinder malen?

Versteht mich nicht falsch, ich liebe es, wie gern meine Kinder malen und wie sehr sie sich darin vertiefen können. Aber wie ausgewachsene Künstler sind sie oft schon fertig, wenn ein liebevoll ausgemalter Kreis auf dem Blatt steht, und trotzdem soll jedes einzelne dieser Werke aufgehoben werden.

Dazu kommt ein zweites Luxusproblem: Mein Großer hat mehrere Kindergartenfreunde, die für ihn malen und basteln. Einmal pro Woche bringt er stolz Nachschub mit, der ebenfalls bleiben soll. Hier sind die Lösungen, die bei uns funktionieren.

Wohin mit den Kunstwerken? Fünf Wege, die funktionieren

1. Abfotografieren und als Buch drucken lassen

Der platzsparendste Weg. Leg das Bild auf den Boden, fotografiere von oben bei Tageslicht ohne Blitz und schneide den Rand weg. Aus einem Jahr Kindergarten wird so ein Fotobuch mit dreißig Seiten statt eines Umzugskartons. Der schöne Nebeneffekt: Kinder blättern in einem Buch immer wieder, in einer Kiste nie.

2. Verkleinern und gesammelt einrahmen

Acht bis zwölf Bilder auf Postkartengröße verkleinert, zusammen in einen großen Rahmen mit Passepartout: Das sieht aus wie eine bewusste Galerie und nicht wie ein Kühlschrank. Dafür brauchst du einen Rahmen mit mehreren Ausschnitten. Einmal im Jahr tauschen, und die alten Bilder wandern in die Mappe.

3. Ein digitaler Bilderrahmen

Ein digitaler Bilderrahmen zeigt viele Werke nacheinander und braucht null Platz. Für Kinder ist genau das der Reiz: Ihr Bild taucht immer wieder auf. Modelle mit WLAN lassen sich vom Telefon aus füllen, dann landet das Foto vom Küchentisch abends im Rahmen im Wohnzimmer. Achte auf ein mattes Bildschirm und einen Bewegungsmelder, sonst leuchtet das Gerät nachts durch die Wohnung.

4. Ein fester Ausstellungsort mit Rotation

Ein Stück Wand, an dem immer die neuesten Werke hängen, nimmt den Druck aus der Sache. Am schnellsten geht das mit einer Leine mit Klammern oder einer Magnetleiste. Die Regel, die bei uns Streit erspart: Es gibt so viele Plätze, wie Klammern da sind. Kommt ein neues Bild dazu, entscheidet das Kind selbst, welches abgehängt wird.

5. Eine Sammelmappe pro Kind und Jahr

Für die Originale, die wirklich bleiben sollen, ist eine Sammelmappe in A3 die einfachste Lösung. Eine pro Kind und Kindergartenjahr, mit dem Jahr auf dem Rücken. Alles, was nicht hineinpasst, passt auch nicht ins Leben, und diese Grenze entscheidet für dich, statt dass du jedes Mal neu abwägen musst.

Wie viele Kinderbilder soll man aufheben?

Weniger, als das schlechte Gewissen sagt. Ein guter Maßstab sind zehn bis fünfzehn Werke pro Kind und Jahr, dazu alles mit Handabdruck, Datum oder Namen darauf, denn genau das wird später interessant. Sortiere nicht am selben Tag aus, sondern sammle vier Wochen in einer Kiste und geh sie dann durch. Mit Abstand fällt die Wahl deutlich leichter, und das Kind hat das einzelne Bild meistens längst vergessen.

Wie fotografiert man Kinderbilder richtig?

Bei Tageslicht, von oben, ohne Blitz. Leg das Blatt auf den Boden oder einen Tisch am Fenster, halte das Telefon parallel darüber und tritt so weit zurück, dass kein Schatten von dir darauf fällt. Danach zuschneiden, damit nur das Bild zu sehen ist. Wer die Bilder später drucken lassen möchte, fotografiert im größten Format und legt sie in einem eigenen Ordner ab, benannt nach Kind und Jahr.

Darf man Bilder wegwerfen?

Ja, aber nicht vor den Augen des Kindes. Für Kinder ist ein Bild in dem Moment wichtig, in dem es entsteht, und danach selten wieder. Was hilft, ist ein sichtbarer Platz für das Neue und ein unsichtbarer für das Aussortierte. Wer sich schwertut, fotografiert vor dem Wegwerfen, dann ist es nicht wirklich weg.

Was macht man mit gebastelten Werken aus Pappe?

Dieselbe Rotation wie bei Bildern, nur kürzer. Dreidimensionales staubt schnell ein und nimmt viel Platz. Am besten bekommt jedes Werk einen festen Zeitraum auf einem Regalbrett, und danach wird es fotografiert und entsorgt. Was ein Kind wirklich liebt, verlangt es von selbst zurück, und das ist ungefähr eines von zwanzig.

Titelfoto: Julia Taubitz auf Unsplash