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Der Zettel aus der Kita kommt meistens Ende Oktober: Am 11. November ist Martinsumzug, bitte eine Laterne mitbringen. Und dann steht man da, zwischen Transparentpapier und der Frage, was ein Dreijähriger davon eigentlich selbst machen kann.
Hier stehen acht Laternen, sortiert nach Alter. Nicht nach Schönheit, sondern danach, wie viel dein Kind wirklich selbst macht. Denn genau das ist der Unterschied zwischen einer Laterne, die es stolz trägt, und einer, die du gebastelt hast.
Welche Laterne passt zu welchem Alter?
Grob gilt: Bis drei kleben Kinder, ab vier schneiden sie, ab sechs bauen sie. Wer eine Laterne aussucht, die zwei Schritte zu weit vorne liegt, bastelt sie am Ende allein. Und wer eine wählt, die zu leicht ist, verliert das Kind nach zehn Minuten an das Sofa.
| Alter | Laterne | Das macht das Kind selbst | Dauer |
|---|---|---|---|
| ab 2 | Luftballon, Klopapierrolle | kleben, tupfen, reißen | 20 Minuten plus Trockenzeit |
| ab 4 | Milchtüte, Konservenglas, Pappteller | schneiden, malen, aufkleben | 45 Minuten |
| ab 6 | Papierlaterne, Stern, Tier mit Form | messen, falten, zusammenbauen | eine Stunde oder mehr |
Ab 2 Jahren: was kleine Hände wirklich schaffen
In diesem Alter geht es ums Kleben und ums Tupfen, nicht ums Schneiden. Die Laterne wird nicht gerade, und das ist völlig in Ordnung.
- Die Klopapierrollen-Laterne. Rolle außen mit Kleber einstreichen, das Kind klebt Schnipsel aus buntem Transparentpapier darauf. Oben zwei Löcher, Draht durch, fertig. Für den Umzug zu klein, für den Fensterbrett-Abend genau richtig.
- Die Luftballon-Laterne. Luftballon aufblasen, mit Kleister und Papierschnipseln bekleben, zwei Tage trocknen lassen, Ballon zerstechen. Das Warten ist der schwierigste Teil, das Zerstechen der beste.
- Der Becher mit Gesicht. Ein leerer Joghurtbecher, außen beklebt, ein LED-Teelicht hinein. In fünf Minuten fertig und deshalb die Rettung für den Abend vor dem Umzug.
Ab 4 Jahren: schneiden, malen, gestalten
Jetzt kommt die Schere dazu, und damit der Punkt, an dem eine Laterne anfängt, nach etwas auszusehen.
- Die Milchtüten-Laterne. Tüte ausspülen, trocknen, oben aufschneiden, Fenster hineinschneiden und von innen mit Transparentpapier bekleben. Stabil, wasserfest genug für Nieselregen und aus etwas, das ohnehin im Müll landet.
- Das Konservenglas. Außen mit Serviettentechnik oder Transparentpapier bekleben, Draht um den Rand als Henkel. Schwer genug, dass es nicht schaukelt, aber Glas: nur an den Stab, nie in die Hand.
- Der Pappteller-Igel. Zwei Pappteller, dazwischen Transparentpapier, außen Stacheln aus Tonpapier. Die Form verzeiht viel, und Igel gehen bei Vierjährigen immer.
Ab 6 Jahren: die erste Laterne, die etwas hält
- Die klassische Papierlaterne. Tonpapier als Ring, Boden aus Pappe, Fenster ausgeschnitten und hinterklebt. Wer sauber misst, bekommt einen Zylinder, der wirklich rund ist. Das ist der Moment, in dem Kinder merken, dass Genauigkeit etwas bringt.
- Die Sternenlaterne. Aus zwei gefalteten Papierquadraten, geklebt zu einer Zackenform. Aufwendig, dafür die Laterne, die im Umzug auffällt.
- Das Fertigset mit eigenem Anstrich. Ein Bastelset mit vorgestanzten Teilen ist kein Betrug. Es nimmt die frustrierenden Schritte weg und lässt die schönen übrig, und für ein Kind, das schon zweimal geweint hat, ist das die richtige Entscheidung.
Licht: LED oder echte Kerze?
LED, ohne lange Diskussion. Eine Kerze in einer Papierlaterne ist genau das, wonach es klingt, und die meisten Kitas und Schulen lassen sie deshalb gar nicht mehr zu. Ein Laternenstab mit LED kostet wenige Euro, hält mehrere Jahre und geht nicht aus, wenn es weht.
Wenn es unbedingt echtes Feuer sein soll, dann nur im Konservenglas, nur draußen und nur an der Hand eines Erwachsenen. Und nicht am Abend, an dem dreißig Kinder dicht nebeneinander laufen.
Was fast immer schiefgeht
- Der Stab wird zuletzt befestigt. Dann hängt die Laterne schief. Überleg vorher, wo der Draht durchgeht, und stich die Löcher, solange das Papier noch flach liegt.
- Zu viel Kleber. Transparentpapier wellt sich, sobald es nass wird. Dünn auftragen, und lieber zweimal.
- Zu spät angefangen. Kleister braucht zwei Tage, Farbe eine Nacht. Wer am Abend vorher beginnt, landet beim Joghurtbecher, und das ist dann auch in Ordnung.
- Die Laterne ist zu groß. Ein Kind läuft eine halbe Stunde damit. Alles, was breiter ist als seine Schultern, wird nach zehn Minuten getragen, und zwar von dir.
Häufige Fragen zum Laternebasteln
Wann fängt man mit dem Laternebasteln an?
Zwei Wochen vor dem Umzug, also Ende Oktober. Das klingt früh, ist es aber nicht: Kleister und Farbe brauchen Trockenzeit, und ein Kind macht selten alles an einem Nachmittag. Zwei kurze Termine sind besser als ein langer.
Welche Laterne geht mit Kindern unter 3?
Alles, was nur geklebt wird. Die Klopapierrolle, der Becher, der Luftballon. Schneiden, Falten und Messen kommen später. Wichtig ist, dass das Kind hinterher sagen kann, es habe sie selbst gemacht, und dafür reicht Kleben völlig.
Braucht man eine Vorlage?
Für Formen wie Igel, Eule oder Stern hilft eine, sonst nicht. Wer keine ausdrucken will, legt einen Teller, einen Becher oder eine Hand als Schablone an und fährt außen herum. Das ergibt krummere Linien und stolzere Kinder.
Wie befestigt man den Laternenstab?
Zwei Löcher gegenüber in den oberen Rand, verstärkt mit einem Streifen Klebeband auf der Innenseite. Dann ein Stück Draht als Bügel hindurch und den Haken des Stabs in die Mitte. Ohne die Verstärkung reißt das Papier beim ersten Windstoß aus.
Wann ist Martinstag?
Immer am 11. November. Die Umzüge finden je nach Kita, Schule und Gemeinde in den Tagen davor oder danach statt, oft schon Anfang November. Der Zettel aus der Einrichtung ist verlässlicher als das Datum.
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Titelfoto: Salvador Aleguas auf Unsplash