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Wusstest du schon, dass es in Brasilien keine Adventskalender gibt? Zumindest sind mir in Rio de Janeiro noch keine begegnet und auch sonst weiß ich von keiner Familie, die sich im Advent beschenkt.
Umso wichtiger ist es für mich, selber einen Adventskalender zu basteln oder auf individuelle Kalender zurückzugreifen, die selbst gefüllt und auch im nächsten Jahr wiederverwendet werden können.
Individuelle Adventskalender zum Befüllen
Individuelle Adventskalender werden einmal gekauft und danach jedes Jahr neu befüllt. Verbreitet sind Holzkalender mit Schubladen, Stoffbeutel an einer Leiter oder Schnur und Kalender zum Aufhängen. In Brasilien sind Adventskalender kaum bekannt, weshalb sich das Selberbasteln dort besonders lohnt.
Welche Bauart am längsten hält
Ein Kalender, der jedes Jahr wiederkommt, muss zwei Dinge aushalten: das Befüllen und das Verstauen. Drei Bauarten haben sich durchgesetzt.
Der Holzkalender mit Schubladen
Ein Kasten oder ein Haus mit 24 kleinen Fächern. Ein Adventskalender aus Holz zum Befüllen ist die haltbarste Variante und sieht auch am 25. Dezember noch gut aus. Der Nachteil steckt in der Fachgröße: In eine Schublade passt eine Kleinigkeit, kein Buch. Wer größere Dinge verschenken will, braucht eine andere Bauart.
Stoffbeutel an Leine oder Leiter
Die flexibelste Lösung. Stoffbeutel zum Aufhängen lassen sich unterschiedlich groß befüllen, hängen an einer Schnur, einem Ast oder einer Leiter und passen zusammengefaltet in eine Schublade. Sie sind die praktische Wahl für Familien mit mehreren Kindern, weil zwei Sätze nicht mehr Platz brauchen als einer.
Der selbst gebaute Kalender
Papiertüten mit Zahlenaufklebern, Klorollen, Einmachgläser, Streichholzschachteln. Das kostet fast nichts und lässt sich mit den Kindern zusammen machen. Rechne dafür einen Nachmittag ein, und mache es im November, nicht am 30.
Womit du die Türchen füllst
Die häufigste Falle ist, alle 24 Türchen mit Dingen zu füllen. Das wird teuer und im Kinderzimmer eng. Bewährt hat sich eine Mischung aus drei Sorten:
- Etwas zum Essen an rund der Hälfte der Tage. Schokolade, Nüsse, Trockenfrüchte, ein Keks.
- Etwas Kleines zum Behalten an sechs bis acht Tagen. Ein Stift, ein Aufkleberbogen, eine Figur, ein Haargummi.
- Etwas Gemeinsames an den restlichen Tagen. Ein Zettel mit einer Verabredung: Plätzchen backen, Schlittschuhlaufen, ein Film am Abend, Lichterkette anschauen.
Die dritte Sorte ist die, an die sich Kinder später erinnern, und sie ist die günstigste.
Ein Tipp zum Befüllen
Nummeriere nicht vor dem Befüllen, sondern danach. Wer erst alles verteilt und dann die Zahlen zuordnet, kann die dicken Päckchen auf die großen Fächer legen und die Wochenendtage mit den gemeinsamen Unternehmungen belegen. Umgekehrt fehlt am 22. der Platz für das eine größere Teil.
Was kommt in die 24 Türchen?
Am besten eine Mischung aus drei Sorten. Ein Drittel Kleinigkeiten zum Behalten wie Sticker, Stifte, Haargummis oder kleine Figuren. Ein Drittel Essbares, aber nicht jeden Tag Schokolade. Und ein Drittel Zettel mit gemeinsamen Aktionen: heute Abend Plätzchen backen, heute darfst du das Abendessen bestimmen, heute gehen wir im Dunkeln mit der Taschenlampe spazieren. Die Zettel kosten nichts und werden erfahrungsgemäß am liebsten gezogen. Bei mehreren Kindern lohnt sich außerdem ein gemeinsames Türchen für alle, dann entsteht kein Vergleich.
Welcher Kalender hält am längsten?
Holz, mit Abstand. Ein Holzkalender mit Schubladen übersteht zwanzig Jahre und wird oft an die nächste Generation weitergegeben. Stoffbeutel halten ebenfalls lange, verlieren aber die Form und sollten nach der Saison gewaschen und flach gelagert werden. Papp-Kalender überstehen selten mehr als drei Jahre. Achte bei den Fächern auf die Größe, denn der häufigste Fehlkauf ist ein hübscher Kalender mit winzigen Türchen, in die nur ein Bonbon passt. Adventskalender aus Holz zum Befüllen gibt es auch personalisiert.
Wann fängt man mit dem Befüllen an?
Mitte November, dann bleibt Zeit für Nachschub. Praktisch ist eine Liste im Handy, in die das ganze Jahr über Ideen wandern, sobald ein Kind etwas erwähnt. Notiere dir außerdem, was in welchem Türchen liegt, sonst landet das Erlebnis mit dem Weihnachtsmarkt ausgerechnet an einem Abend mit Elternabend. Und lege die größeren Dinge auf Tage, an denen ohnehin etwas ansteht.
Wie befestigt man einen selbst gebastelten Kalender?
An einer Schnur mit Wäscheklammern, an einer Holzleiter, an einem Ast oder mit ablösbaren Klebehaken an der Wand. Achte auf die Tragfähigkeit, denn 24 gefüllte Säckchen wiegen zusammen mehr, als man denkt, und eine gespannte Schnur hängt in der Mitte durch. Zwei kürzere Reihen sind deshalb besser als eine lange. Hänge die Türchen außerdem so auf, dass ein Kind sie selbst erreicht, sonst wird jeden Morgen jemand gebraucht.
Adventskalender selbst basteln oder kaufen?
Beides hat seinen Platz. Ein gekaufter Kalender aus Holz oder Stoff ist einmal angeschafft und danach jedes Jahr sofort einsatzbereit, was mit mehreren Kindern und wenig Zeit der entscheidende Vorteil ist. Selbst gebastelte Kalender aus Papiertüten, Streichholzschachteln oder alten Gläsern kosten fast nichts und machen den Advent schon beim Basteln zum Thema. Eine gute Mischung ist ein fester Kalender pro Kind und eine gebastelte Ergänzung für Erwachsene, etwa 24 Zettel mit gemeinsamen Vorhaben.