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Es gibt diesen einen Nachmittag, der sich bei uns ständig wiederholt: Draußen ist schönes Wetter, die Terrassentür steht offen, und trotzdem stehen alle drei im Flur und sagen, dass ihnen langweilig ist. Der Garten ist da, das Spielzeug auch, und niemandem fällt etwas ein.
Hier stehen deshalb vierzig Ideen, sortiert nach Alter. Die meisten brauchen nichts weiter als das, was ohnehin draußen herumliegt: einen Eimer, ein Stück Kreide, ein paar Stöcke.
Was können Kinder draußen spielen?
Am besten das, was ohne Aufbau sofort losgeht. Für die Kleinsten sind das Wasser, Sand und Matsch, für Kindergartenkinder Verstecken, Malen und Bauen, für Schulkinder alles mit Geschick und Wettkampf. Eine einzige Regel hilft dabei mehr als jedes gekaufte Spielzeug: Wer draußen spielt, darf dreckig werden. Das nimmt dem ganzen Nachmittag den Streit.
Zehn Spielideen für draußen ganz ohne Material
Diese zehn gehen sofort los, auch unterwegs, auch im Park, auch wenn nichts dabei ist. Wir greifen fast immer zuerst darauf zurück, weil kein Kind auf das Holen und Aufbauen warten muss.
- Versteinern. Wer gefangen wird, bleibt stehen, bis ein anderes Kind zwischen den Beinen hindurchkrabbelt.
- Schattenfangen. Gefangen ist, wer auf den Schatten getreten bekommt. Funktioniert nur bei Sonne und ist genau deshalb im Sommer beliebt.
- Ich sehe was, was du nicht siehst. Draußen deutlich schwerer als drinnen, weil es viel mehr zu sehen gibt.
- Stöckchen-Buchstaben. Aus gesammelten Zweigen den eigenen Namen legen. Für Vorschulkinder ein Spiel, für Erstklässler eine Übung.
- Barfußpfad. Eine Reihe aus Gras, Rindenmulch, Kieseln, Sand und einer Pfütze. Wer mag, geht sie mit geschlossenen Augen ab.
- Wolkenraten. Nebeneinander auf dem Rücken liegen und sagen, was man sieht. Das ist der einzige Punkt auf dieser Liste, der auch müde Eltern glücklich macht.
- Rückwärtsrennen. Eine Strecke vorwärts, die gleiche rückwärts. Wer lacht, fängt von vorne an.
- Farbenjagd. Jedes Kind bekommt eine Farbe und sammelt fünf Dinge in genau diesem Ton.
- Beine zusammen hüpfen. Sackhüpfen ohne Sack, quer über den Rasen und wieder zurück.
- Tierstimmen raten. Eines macht ein Geräusch, die anderen raten. Wer richtig liegt, ist als Nächstes dran.
Spielideen für Kinder von 2 bis 3 Jahren
In diesem Alter zählt das Wiederholen, nicht die Abwechslung. Was einmal funktioniert hat, funktioniert die nächsten zwanzig Male genauso, und das ist keine Einfallslosigkeit, sondern genau das, was kleine Kinder brauchen.
- Wasser von einem Eimer in den anderen umschütten, mit Bechern, Kellen und Trichtern
- Steine sammeln und in eine Dose werfen, die es scheppern lässt
- Blätter, Zapfen und Kastanien in einen Korb legen und wieder auskippen
- mit einer großen Bürste die Terrassenplatten schrubben, Wasser genügt
- Seifenblasen jagen, ohne sie fangen zu müssen
- eine Matschküche bespielen, notfalls aus einer Obstkiste und zwei alten Töpfen
- barfuß durch eine flache Wasserschale laufen und nasse Fußabdrücke auf die Platten setzen
- Bobbycar oder Rutschauto auf einer Strecke, die immer gleich bleibt
Spielideen für Kinder von 4 bis 6 Jahren
Jetzt beginnt das Erfinden. Kindergartenkinder brauchen weniger fertige Spiele als einen Rahmen, den sie selbst füllen. Ein Seil ist ein Fluss, eine Decke ist ein Zelt, und aus vier Stöcken wird eine Baustelle.
- Verstecken mit einer festen Zählregel, damit es keinen Streit gibt
- eine Straße für die Autos mit Kreide auf die Einfahrt malen, samt Parkplätzen
- ein Insektenhotel aus Bambusstücken und einer alten Konservendose bauen, oder aus einem Bausatz zum Zusammenstecken
- ein Zelt aus einer Decke, zwei Stühlen und Wäscheklammern
- Schatzsuche mit fünf Zetteln, die von Versteck zu Versteck führen
- Blumen und Kräuter pflanzen, jedes Kind bekommt einen eigenen Topf
- Wettrennen für Schnecken, danach werden sie wieder ins Beet gesetzt
- Wasserbomben oder Schwämme über eine Ziellinie werfen
Spielideen für Kinder von 7 bis 10 Jahren
Ab der Schulzeit zieht der Wettkampf. Es muss etwas zu gewinnen geben, eine Zeit zum Unterbieten oder eine Regel, die man geschickt ausnutzen kann. Gleichzeitig wollen Kinder in diesem Alter zum ersten Mal etwas bauen, das hält.
- ein Hindernisparcours durch den Garten, mit Stoppuhr und drei Versuchen
- Dosenwerfen mit sechs leeren Dosen und drei Bällen
- eine Murmelbahn aus Dachrinnenresten, Brettern und Steinen bauen
- Gummitwist, die Sprungfolge steht auf einem Zettel an der Wand
- Boccia oder Boule mit dem, was rollt, Ziel ist ein kleiner heller Stein
- ein Baumhaus oder eine Hütte aus Ästen, im Wald oder hinten am Zaun
- Wikingerschach auf dem Rasen, die Regeln sind in fünf Minuten erklärt
- Fotorallye: zehn Begriffe auf einem Zettel, alle zehn müssen fotografiert werden
Wasser, Sand und Matsch: die drei sicheren Bänke
Wenn es richtig heiß ist, kommen wir draußen ohne Wasser nicht aus. Wir fahren dann vormittags zum See, gehen für die stärkste Mittagshitze wieder rein und planschen den Rest des Nachmittags im Kinderpool. Planschbecken gibt es in allen Größen und Formen, sodass auch für den Balkon und die Terrasse etwas dabei ist.
Kombiniert mit einem Wasserspieltisch, einem Ball oder ein paar Wasserpistolen sind die Kinder wirklich stundenlang beschäftigt, und das den ganzen Sommer über. Welche Wasserspieltische sich lohnen, steht ausführlich in unserem Beitrag über die besten Wasserspieltische für Balkon und Garten.
Sandkasten und Matschküche sind die Grundpfeiler jeder Kindheit. Dort wird Kreativität ausgelebt, und die meisten Kinder lieben es, herumzumatschen und dabei in ihrer Fantasie zu kochen, zu backen oder Bauwerke zu errichten. Wir haben immer noch die klassische Sandkasten-Muschel, und sie ist nach all den Jahren immer noch im Einsatz.
Ein Tipp, der bei uns viel gebracht hat: ein paar Baumstümpfe an den Rand des Sandkastens. Sie sind Sitzplatz, Tisch und Backofen zugleich, je nachdem, was gerade gespielt wird.
Sechs Geschicklichkeitsspiele für draußen
Diese Gruppe wird oft unterschätzt, dabei beschäftigt sie Kinder länger als jedes Bewegungsspiel: Es geht nicht darum, schneller zu sein, sondern genauer. Das können auch die Kleinen gegen die Großen gewinnen.
- Eierlauf. Ein Löffel, eine Kartoffel, eine Strecke. Die Kartoffel überlebt mehr Runden als das Ei.
- Ringewerfen. Ein Stock im Rasen, dazu Ringe aus einem alten Gartenschlauch.
- Becherturm im Wind. Zehn Becher stapeln, während jemand pustet.
- Balancieren auf dem Seil. Ein Seil flach auf dem Boden reicht völlig, es muss nicht gespannt sein.
- Zielwerfen mit nassen Schwämmen. Drei Eimer in drei Entfernungen, drei verschiedene Punktzahlen.
- Federball ohne Netz. Gezählt wird nicht, wer gewinnt, sondern wie oft der Ball in der Luft bleibt.
Frisbee, Federball, Fußball und Wurfspiele stehen bei uns ohnehin immer hoch im Kurs. Da machen wir Erwachsenen natürlich gerne mit, und schon werden unsere Kids zu richtigen Personal Trainern.
Gärtnern: die Idee, die uns am meisten überrascht hat
Als wir in unser Haus gezogen sind, war ich lange hauptsächlich mit der Inneneinrichtung beschäftigt, während der Garten noch viel Liebe gebraucht hätte. Deshalb habe ich den Kindern ein Kinder-Gartenset besorgt, mit Schaufel, Harke und Gießkanne in ihrer Größe.
Ich hatte damit gerechnet, dass es ein netter Nachmittag wird. Dass meine Drei so begeistert sein würden, hätte ich nicht gedacht: Hier wurde tagelang Unkraut gezupft und umgetopft, freiwillig.
Was daran funktioniert, ist nicht die Gartenarbeit, sondern das Echte daran. Kinder merken sofort, ob sie beschäftigt werden oder ob ihre Arbeit zählt. Ein eigenes Beet, auch wenn es nur einen halben Quadratmeter groß ist, gehört in die zweite Kategorie. Radieschen sind dafür am besten, weil sie schon nach vier Wochen fertig sind.
Rad, Roller und alles, was rollt
Alles rund um Rad-, Bobbycar- und Rollerfahren ist bei uns im Frühling und im Herbst die beliebteste Freizeitbeschäftigung. Inzwischen haben wir einen ganzen Fuhrpark aus neuen, geerbten und geschenkten Fahrrädern, Rollern, einem Kettcar, einem Dreirad und Rollschuhen. Da haben die Kinder Abwechslung, und ihre Freunde können sich gleich etwas ausleihen.
Der Trick liegt weniger im Fahrzeug als in der Strecke. Ein mit Kreide gemalter Rundkurs mit Start, Ziel und einer Schikane macht aus der immer gleichen Einfahrt jedes Mal etwas Neues.
Und wenn gar kein Garten da ist?
Dann funktionieren die meisten dieser Ideen trotzdem. Wasser, Kreide, Seifenblasen, Balancieren und Zielwerfen brauchen keinen Rasen, sondern zwei Quadratmeter und einen Eimer. Für alles, was den Balkon und die Terrasse betrifft, haben wir einen eigenen Beitrag: Outdoor-Ideen für Kinder auf Balkon und Terrasse. Und wenn der Regen zwei Tage nicht aufhört, stehen die passenden Ideen unter Spiele für drinnen, fast ohne Material.
Häufige Fragen zu Spielideen für draußen
Welche Spiele gehen draußen ganz ohne Material?
Versteinern, Schattenfangen, Verstecken, Rückwärtsrennen, Farbenjagd und Wolkenraten. Alle sechs brauchen nur Platz und mindestens zwei Mitspielende. Wer allein unterwegs ist, kommt mit dem Barfußpfad und der Farbenjagd am weitesten, denn beides funktioniert auch ohne Gegenüber.
Was beschäftigt Kinder draußen im Winter?
Dasselbe wie im Sommer, nur kürzer und mit anderem Material. Statt Wasser gibt es Matsch, statt Sand gibt es Laub, und eine Taschenlampe verwandelt jeden Nachmittag ab 16 Uhr in eine Nachtwanderung. Wichtig ist allein die Kleidung: Wer warm und wasserdicht angezogen ist, bleibt erstaunlich lange draußen.
Ab welchem Alter spielen Kinder draußen alleine?
Das hängt weniger vom Alter ab als vom Ort. Im eingezäunten Garten geht es oft schon mit drei Jahren für ein paar Minuten, auf der Straße vor dem Haus meist erst ab sieben oder acht. Entscheidend ist, ob ein Kind eine Absprache einhalten kann, wenn niemand danebensteht.
Was mache ich, wenn mein Kind draußen nicht spielen will?
Nicht überreden, sondern anfangen. Kinder steigen fast immer ein, wenn jemand schon spielt, und fast nie, wenn sie gefragt werden, ob sie möchten. Zwei Minuten selbst Kreide malen oder Steine sammeln wirken besser als jede Aufforderung.
Wie viel Platz brauchen Spielideen für draußen?
Weniger als gedacht. Für die Hälfte der Ideen auf dieser Liste reichen zwei mal zwei Meter, für den Rest ein Rasenstück von etwa fünf Metern Länge. Nur der Hindernisparcours und Wikingerschach brauchen wirklich einen Garten.
Habt mit euren Kindern eine großartige Zeit draußen.