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Irgendwann Mitte November steht die Frage im Raum, und sie stellt sich jedes Jahr neu: Was kommt eigentlich in diese vierundzwanzig Türchen? Die Süßigkeiten allein wollen die meisten nicht, für vierundzwanzig Geschenke fehlt das Budget, und am 15. Dezember ist einem ohnehin nichts mehr eingefallen.

Hier stehen sechzig Ideen, sortiert nach Alter, dazu die eine Regel, die den ganzen Dezember entspannter macht. Fast alles davon kostet wenig oder nichts.

Was kommt in einen Adventskalender für Kinder?

Eine Mischung aus drei Sorten: etwas zum Essen, etwas zum Machen und etwas zum Behalten. Wer nur Dinge einpackt, bekommt vierundzwanzig Tage Konsum; wer nur Zettel einpackt, erntet Enttäuschung. Die Faustregel lautet ungefähr acht kleine Naschereien, zehn Kleinigkeiten und sechs gemeinsame Unternehmungen. Der Rest ergibt sich.

Die Regel, die den Dezember rettet

Nicht jeden Tag ein Geschenk. Das klingt streng und ist das Gegenteil: Ein Kalender, in dem jeden Tag etwas Neues zum Besitzen steckt, erzeugt eine Erwartung, die bis zum 24. steigt und am Heiligabend nicht mehr einzuholen ist.

Besser ist ein Wechsel. Ein Tag mit einer Kleinigkeit, ein Tag mit etwas Süßem, ein Tag mit einem Zettel, auf dem steht, was ihr gemeinsam macht. Die Zettel-Tage sind erfahrungsgemäß die, an die sich Kinder im Januar erinnern.

Art Anteil Beispiel
etwas zum Essen rund 8 Türchen Schokotaler, Mandarine, Keks
etwas zum Machen rund 6 Türchen Plätzchen backen, Schlittenfahren
etwas zum Behalten rund 10 Türchen Stift, Aufkleber, Haarspange

Für Kinder von 1 bis 3 Jahren

In diesem Alter zählt nicht der Inhalt, sondern das Öffnen. Alles muss groß genug sein, dass es nicht verschluckt werden kann, und der Kalender selbst gehört außer Reichweite, sonst ist er am 3. Dezember leer.

  • ein Holzauto oder eine Holzfigur
  • ein Stück Kreide
  • eine Mandarine oder ein Apfel
  • ein Wachsmalstift in einer neuen Farbe
  • ein Fensterbild zum Aufkleben
  • eine kleine Bürste für die Puppe
  • ein Löffel mit Griff in Tierform
  • ein Knopf-Bilderbuch aus Pappe
  • eine Haarspange oder ein Haargummi
  • ein Badezusatz für die Wanne
  • ein Zettel: heute wird getanzt
  • ein Zettel: heute darf einer die Musik aussuchen

Für Kinder von 4 bis 6 Jahren

Jetzt beginnt das Sammeln. Eine Reihe, die sich über den Monat vervollständigt, ist mehr wert als vierundzwanzig einzelne Dinge: eine Krippenfigur pro Woche, ein Tier für den Bauernhof, ein Waggon für die Bahn.

  • eine Figur aus einer Reihe, die sich ergänzt
  • Aufkleber, am besten passend zum Lieblingsthema
  • ein Radiergummi in Tierform
  • eine Packung Wackelaugen zum Basteln
  • ein Ausmalbild, gefaltet
  • eine kleine Taschenlampe
  • Seifenblasen
  • eine Rolle Kreppband in einer Farbe
  • ein Stück Salzteig zum Formen
  • ein Nüsse-Knacker-Tag: eine Walnuss und die Zange
  • ein Zettel: heute Plätzchen backen
  • ein Zettel: heute Taschenlampen-Spaziergang
  • ein Zettel: heute darfst du bestimmen, was es zum Abendessen gibt
  • ein Zettel: heute lesen wir zwei Bücher statt einem

Für Kinder von 7 bis 9 Jahren

Ab der Schulzeit wird der Kalender praktischer. Was hier zieht, ist alles, was man benutzt: Stifte, Radiergummis, kleine Werkzeuge. Und Aufgaben, die man allein lösen kann.

  • ein guter Bleistift oder ein Radierstift
  • ein Notizblock im Taschenformat
  • Washi-Tape
  • ein Knobelspiel aus Holz oder Metall
  • ein Kartenspiel
  • eine Packung Fußball- oder Sammelkarten
  • ein Schlüsselanhänger
  • ein Zettel mit einem Rätsel für den Tag
  • eine Tüte Popcorn für den Filmabend
  • ein Teebeutel mit einer besonderen Sorte
  • Armbandgummis zum Weben
  • ein Zettel: heute Schlittschuhlaufen
  • ein Zettel: heute darfst du eine Stunde länger aufbleiben
  • ein Zettel: heute rufen wir Oma an und singen ihr etwas vor

Für Kinder ab 10 Jahren

Hier kippt es. Kleinkram wird als Kleinkram erkannt, und Süßigkeiten allein sind zu wenig. Was funktioniert, sind Dinge mit einem Zweck und Gutscheine, die echte Freiheit bedeuten.

  • Kopfhöreraufsätze oder ein kurzes Kabel
  • ein guter Fineliner oder ein Marker
  • Duschgel oder Handcreme in einer Sorte, die sie mag
  • Haargummis oder ein Haarband
  • eine Packung Sticker für den Laptop
  • ein Rubbellos
  • ein Zettel mit einem Guthaben fürs Handy
  • ein Zettel: heute Kino, du suchst den Film aus
  • ein Zettel: einmal Zimmeraufräumen erlassen
  • ein Zettel: heute kochst du und ich helfe
  • ein Zettel: ein Nachmittag mit einer Freundin, ich fahre
  • ein Zettel: einmal ausschlafen am Wochenende, ohne dass jemand die Rollläden hochzieht

Zwölf Türchen, die nichts kosten

Diese Sorte ist die wichtigste und wird am häufigsten vergessen. Sie kostet nichts, braucht aber Zeit im Kalender, also plane sie ein, bevor du kaufst.

  • zusammen den Baum aussuchen
  • eine Kerze anzünden und eine Geschichte hören
  • gemeinsam ein Lied lernen
  • eine Runde um den Block, nur mit Taschenlampe
  • Kekse für die Nachbarn backen und vorbeibringen
  • Federbett ins Wohnzimmer, dort schlafen
  • einen Brief an jemanden schreiben, der sich freut
  • Frühstück im Bett, für einen selbst
  • eine Stunde Vorlesen, ohne Uhr
  • zusammen Spielsachen aussuchen und spenden
  • einen Tag lang das Handy aus, alle
  • der Wunschfilm, mit Decke und Popcorn

Was in keinen Adventskalender gehört

  • Vierundzwanzig Geschenke. Der häufigste Fehler, und er rächt sich am 24. Dezember.
  • Etwas, das kaputtgeht. Was am 5. Dezember zerbricht, verdirbt den halben Advent.
  • Alles, was in den Mund passt, wenn ein kleines Geschwisterkind mit im Haus ist.
  • Ein Geschenk, das Zubehör braucht. Ein Spiel ohne Batterien am Morgen des 6. Dezember ist eine Enttäuschung mit Ansage.
  • Gutscheine, die du nicht einlösen willst. Ein Zettel, der im Januar noch am Kühlschrank hängt, ist schlimmer als kein Zettel.

Woraus man den Kalender selbst baut

Der Kalender darf so schlicht sein wie sein Inhalt. Was am längsten hält, ist meist das Einfachste.

  • Papiertüten an einer Schnur. Vierundzwanzig Tüten, Wäscheklammern, eine Schnur quer durchs Zimmer. In zwanzig Minuten fertig und jedes Jahr wieder verwendbar.
  • Stoffsäckchen. Halten Jahre und sehen mit jedem Jahr besser aus.
  • Klopapierrollen. An beiden Enden eingedrückt, beklebt, zu einer Pyramide gestapelt. Kostet nichts und die Kinder bauen mit.
  • Eine Wäscheleine mit Umschlägen. Für Kalender, die vor allem aus Zetteln bestehen, die schönste Lösung.

Wer die Zahlen nicht selbst schreiben will, findet Zahlenaufkleber für Adventskalender als Bogen, und Papiertüten zum Befüllen gibt es fertig im Vierundzwanzigerpack.

Häufige Fragen zum Adventskalender

Wie viel gibt man für einen Adventskalender aus?

Sehr unterschiedlich, und die Spanne sagt wenig. Wer die Hälfte der Türchen mit Selbstgemachtem und Unternehmungen füllt, kommt mit dem Preis von zwei gekauften Kalendern für die ganze Familie aus. Teuer wird es genau dann, wenn jedes Türchen ein Ding sein soll.

Was kommt in einen Adventskalender für ein einjähriges Kind?

Wenig, und alles groß genug. Ein Holzauto, ein Wachsmalstift, eine Mandarine, ein Fensterbild. In diesem Alter ist das Öffnen die Freude, nicht der Inhalt, und ein Kalender mit zwölf gefüllten Türchen reicht völlig.

Ab wann merken Kinder, dass nicht jeden Tag ein Geschenk kommt?

Etwa ab vier. Und genau dann lohnt es sich, es von Anfang an zu erklären: In unserem Kalender gibt es Naschtage, Machtage und Geschenktage. Wer das am 1. Dezember sagt, hat den ganzen Monat Ruhe.

Wann fängt man mit dem Befüllen an?

Anfang November, in zwei Durchgängen. Erst die Zettel und die Unternehmungen aufschreiben, dann die Lücken füllen. Wer umgekehrt anfängt, kauft zu viel und hat am Ende trotzdem drei leere Türchen.

Was tun, wenn ein Türchen leer bleibt?

Einen Zettel hineinlegen. „Heute gibt es nichts, dafür morgen doppelt“ ist ein völlig akzeptables Türchen und ehrlicher als eine Notlösung aus der Schublade. Kinder nehmen das gelassener, als Eltern denken.

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Titelfoto: Markus Spiske auf Pexels