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Irgendwann Ende November taucht es zum ersten Mal auf: ein anderes Kind erzählt, bei ihm zu Hause wohne ein Wichtel hinter einer kleinen Tür. Und dann steht man da, mit einem Kind, das strahlt, und der Frage, worauf man sich da gerade einlässt.
Die gute Nachricht: Eine Wichteltür ist so aufwendig, wie du sie machst. Hier stehen Ideen für jeden Tag, sortiert nach Aufwand, dazu die Antwort auf die Frage, die sich am zehnten Dezember um halb elf abends wirklich stellt.
Was ist eine Wichteltür und was macht man damit?
Eine Wichteltür ist eine handtellergroße Tür, die an einer Fußleiste klebt und so tut, als wohne dahinter ein Wichtel. In der Adventszeit hinterlässt er kleine Spuren: eine Fußspur aus Mehl, einen winzigen Brief, ein verrutschtes Möbelstück. Der Reiz liegt nicht im Geschenk, sondern darin, dass etwas passiert ist, während alle geschlafen haben.
Was du wirklich brauchst
Weniger, als der Handel nahelegt. Eine Tür, ein bisschen Deko, und eine Idee für den nächsten Morgen. Alles andere ist Ausbau.
| Teil | Warum | Alternative ohne Kauf |
|---|---|---|
| die Tür | der Anker der ganzen Geschichte | aus Pappe geschnitten und bemalt |
| eine Spur | der Beweis, dass jemand da war | Mehl, Zucker, ein Wattebausch |
| Miniaturen | machen aus der Tür ein Zuhause | Puppenhaussachen, Kronkorken, Streichholzschachteln |
| Briefpapier | gibt dem Wichtel eine Stimme | Papier klein reißen, Ränder mit Tee einfärben |
Wer nicht basteln will, findet Wichteltür-Zubehör und Miniaturen als fertiges Set. Das nimmt die Beschaffung weg und lässt das Erfinden übrig, und das ist ohnehin der schöne Teil.
Zwölf Ideen, sortiert nach Aufwand
Fünf Minuten, abends im Vorbeigehen
- Die Mehlspur. Ein bisschen Mehl vor die Tür, mit dem Finger zwei winzige Fußabdrücke hineingetupft. Wirkt jedes Mal.
- Die Tür steht einen Spalt offen. Mehr passiert nicht. Genau das ist der Punkt.
- Ein Krümel. Ein halber Keks, angeknabbert, direkt vor der Schwelle.
- Der Zettel. Drei Wörter reichen. „Bin gleich zurück“ ist ein ganzer Abend Gesprächsstoff.
- Eine verrutschte Schuhreihe. Der Wichtel hat aufgeräumt, aber falsch.
Eine Viertelstunde, wenn du Lust hast
- Die Wäscheleine. Ein Faden quer vor der Tür, daran drei winzige Socken aus Filz. Kinder zählen sie nach.
- Der Briefkasten. Eine Streichholzschachtel an die Wand geklebt, darin ein Brief. Ab dann kann dein Kind zurückschreiben, und das ist der Moment, in dem die Sache lebendig wird.
- Das Miniatur-Frühstück. Ein Flaschendeckel als Teller, ein Krümel Brot, ein Tropfen Milch.
- Die Spur quer durchs Zimmer. Von der Tür bis zum Adventskalender, mit Zucker gestreut.
Eine Stunde, einmal in der Adventszeit
- Der Umzug. Der Wichtel zieht um, die Tür wandert in ein anderes Zimmer. Vorher ein Brief, in dem er es ankündigt.
- Das Schlittenrennen. Eine Rampe aus Pappe, ein Schlitten aus Eisstielen, unten ein umgekippter Becher.
- Die Werkstatt. Über Nacht entsteht vor der Tür eine winzige Werkstatt: ein Fetzen Sandpapier, ein paar Holzspäne, ein halb fertiges Spielzeug aus zwei Zahnstochern und Garn. Am Morgen sieht dein Kind, woran der Wichtel gearbeitet hat, und rät, für wen es sein könnte.
Der Abschluss: die Bescherung am 24.
Am Heiligabend steht die kleine Tür zum ersten Mal weit offen, und dahinter ist nichts mehr. Der Wichtel ist heimgegangen, zurück in den Wald oder hinauf in den Norden, das darf jede Familie für sich erzählen. Schön ist ein letzter Zettel: ein Dank fürs Mitspielen und ein Satz, dass er im nächsten Advent wieder anklopft.
Dieser Schluss ist mehr als ein hübsches Bild. Er nimmt der Frage den Boden, die sonst im Januar unweigerlich kommt, nämlich warum der Wichtel nicht mehr da ist. Wer die Geschichte am 24. selbst zu Ende erzählt, muss sie hinterher nicht erklären. Und die Tür kann bleiben, wo sie ist, denn sie steht ab jetzt einfach für den Advent, der vorbei ist.
Was schiefgeht, und wie du es abfängst
- Du vergisst es. Passiert jedem, meistens am zwölften Tag. Der Wichtel hat verschlafen, das steht am nächsten Morgen auf einem Zettel, und die Sache ist erledigt.
- Es wird zu groß. Wer mit einer Bühne anfängt, muss am 20. Dezember eine Zirkusnummer liefern. Fang klein an, dann bleibt Luft nach oben.
- Geschenke jeden Tag. Dann ist es ein zweiter Adventskalender und der Zauber ist weg. Der Wichtel schenkt selten und hinterlässt oft.
- Ein Kind stellt Fragen. Gute Antwort: zurückfragen. „Was glaubst du denn?“ ist ehrlicher als jede Ausrede und meistens spannender.
Ab welchem Alter lohnt sich das?
Zwischen drei und acht ist die beste Zeit. Darunter versteht ein Kind die Geschichte noch nicht, darüber wird sie oft freiwillig weitergespielt, obwohl der Verdacht längst da ist. Und genau dieses Zwischenstadium ist das schönste: Ein Siebenjähriger weiß, und spielt trotzdem mit, weil er die kleine Schwester nicht verderben will.
Häufige Fragen zur Wichteltür
Wann zieht der Wichtel ein?
Meist am 1. Dezember, manche lassen ihn schon Ende November ankommen. Wer später anfängt, verpasst nichts: Ein Wichtel, der am 6. Dezember einzieht, ist eine eigene Geschichte und kein Versäumnis.
Muss jeden Tag etwas passieren?
Nein, und es ist sogar besser, wenn nicht. Zwei bis drei Ereignisse pro Woche reichen völlig. Ein Wichtel, der jeden Tag liefert, wird zur Erwartung; einer, der manchmal kommt, bleibt eine Überraschung.
Wo klebt man die Tür am besten hin?
An eine Fußleiste in einem Raum, in dem ihr morgens ohnehin vorbeikommt: Flur, Kinderzimmer, Küche. Nicht ins Schlafzimmer der Eltern, sonst steht ein Kind um halb sechs vor deinem Bett und will nachsehen.
Was schreibt ein Wichtel?
Kurz, krakelig und mit Rechtschreibfehlern. Er kennt Namen, aber keine Details aus dem Kindergarten, sonst wird es unheimlich. Und er hat nie eine Meinung zum Verhalten des Kindes. Ein Wichtel, der zum Aufräumen ermahnt, ist ein verkleideter Erwachsener, und Kinder merken das.
Und wenn mein Kind Angst bekommt?
Dann hört es auf. Manche Kinder finden die Vorstellung, dass nachts jemand in der Wohnung unterwegs ist, nicht schön. Der Wichtel schreibt dann einen Abschiedsbrief und zieht zu einer anderen Familie. Kein Drama, keine Erklärung nötig.
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Titelfoto: Raymond Okoro auf Unsplash