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Sommerkleidung für Kinder ist eine von den Sachen, bei denen man schnell zu viel kauft und trotzdem morgens nichts Passendes findet. Dabei entscheiden am Ende nur drei Dinge darüber, ob ein Teil den Sommer übersteht: der Stoff, der Schnitt und die Frage, ob dein Kind es allein an- und ausziehen kann.
Hier steht, welche Stoffe wirklich kühlen, wie viele Teile eine Saison abdecken und worauf du bei Kleidern, kurzen Hosen und Sandalen achten solltest. Alles davon gilt für Mädchen wie für Jungen, die beiden eigenen Abschnitte weiter unten gehen nur auf das ein, was sich unterscheidet.
Worauf kommt es bei Sommerkleidung für Kinder an?
Auf atmungsaktive Naturfasern, weite Schnitte und Verschlüsse, die ein Kind selbst bedient. Baumwolle, Leinen und Musselin nehmen Feuchtigkeit auf und lassen Luft an die Haut. Ein weiter Schnitt kühlt besser als ein enger, weil die Luft zirkulieren kann. Und ein Gummizug statt eines Reißverschlusses am Rücken erspart dir jeden Morgen eine Diskussion. Alles Weitere ist Geschmack.
Welche Stoffe kühlen im Sommer wirklich?
Baumwolle, Leinen und Musselin. Alle drei nehmen Feuchtigkeit auf und lassen Luft an die Haut. Leinen knittert stark, kühlt dafür am besten, Musselin ist besonders leicht und weich und liegt kaum auf der Haut.
Viskose fühlt sich im Laden angenehm kühl an, klebt aber, sobald ein Kind schwitzt. Polyester ist für den Alltag die schlechteste Wahl, taugt dafür für Badesachen, weil es schnell trocknet. Ein einfacher Test im Geschäft: Halte den Stoff gegen das Licht. Was durchscheint, ist meistens auch luftdurchlässig.
Wie schützt Kleidung vor der Sonne?
Besser als Creme, weil sie nicht alle zwei Stunden erneuert werden muss. Dicht gewebte Stoffe halten mehr UV-Strahlung ab als lockere, dunkle mehr als helle, trockene mehr als nasse. Ein weißes T-Shirt hat trocken etwa den Lichtschutzfaktor 10, nass deutlich weniger.
Für lange Strandtage lohnt sich deshalb Kleidung mit ausgewiesenem UV-Schutz, erkennbar am Standard UV 801 oder an einem UPF-Wert. Worauf es beim Baden ankommt, steht ausführlich in meinem Beitrag über Kinder-Swimwear gegen UV-Strahlung. Und der wichtigste Schutz für Kinder bleibt ein Hut mit breiter Krempe, der Nase, Ohren und Nacken abdeckt. Eine Schirmmütze lässt genau die Stellen frei, an denen Kinder sich am häufigsten verbrennen.
Wie viele Sommerteile braucht ein Kind wirklich?
Weniger, als man denkt, denn im Sommer wird ohnehin täglich gewaschen. Fünf T-Shirts, drei kurze Hosen oder Röcke, ein Badeanzug oder eine Badehose, ein leichtes Hemd oder Kleid für besondere Anlässe, ein dünner Pullover für den Abend und zwei Paar Schuhe decken die ganze Saison ab.
Sinnvoll ist, innerhalb einer Farbfamilie zu kaufen. Wenn alle Hosen in Marine, Beige oder Khaki gehalten sind, passt jedes Oberteil dazu, und dein Kind kann sich morgens selbst anziehen, ohne dass jemand kombinieren muss.
Welche Schnitte funktionieren im Kinderalltag?
Alles, was ein Kind allein an- und ausziehen kann. Ein weiter Ausschnitt ohne Knöpfe am Rücken, ein Gummizug statt eines Reißverschlusses und Sachen, die vorn und hinten gleich aussehen, ersparen jeden Morgen eine Verhandlung.
Auch bei den Verschlüssen lohnt ein zweiter Blick: Große Knöpfe und Druckknöpfe bekommen Kindergartenkinder allein auf, kleine Haken und Bändchen im Nacken dagegen nie. Wer morgens Zeit sparen will, kauft lieber ein Kleidungsstück weniger, dafür eines, das ohne fremde Hände funktioniert.
Ärmellose Sachen sind bequem, brauchen im Sommer aber oft ein T-Shirt darunter, sonst reibt der Stoff an der Schulter und die Sonne kommt direkt an die Haut.
Sommerkleidung für Mädchen
Kleider und Röcke funktionieren am besten, wenn sie zwei Dinge können: etwas aushalten und atmen. Grafische Muster wie Punkte und Streifen sind seit Jahren gesetzt und lassen sich mit fast allem kombinieren, weiße Spitze bleibt der Klassiker für besondere Anlässe. Für den Alltag zählt aber der Stoff mehr als das Muster.
Ein Kleid wird im Alltag deutlich häufiger angezogen, wenn eine kurze Hose darunter passt. Kinder klettern und rutschen damit, ohne dass etwas stört, und niemand muss beim Spielen aufpassen. Und ein weißes Kleid wird alltagstauglich, sobald eine Leggings oder eine Weste dazukommt, dann muss es nicht für den einen besonderen Tag im Schrank hängen bleiben.
Welche Größe kaufe ich bei Kleidern?
Lieber eine Nummer größer als zu knapp. Ein weites Kleid sitzt bei Hitze angenehmer, hält länger und lässt sich im nächsten Jahr oft noch über einer Leggings anziehen. Bei Schuhen gilt das Gegenteil: Sandalen sollen sitzen, sonst rutscht der Fuß beim Laufen nach vorn.
Sommerkleidung für Jungen
Wenige, gut kombinierbare Teile schlagen jede Trendkollektion: kurze Hosen in Naturtönen, gestreifte Shirts, ein leichtes Hemd für besondere Anlässe und Sandalen mit fester Sohle. Streifen sind dabei fast so etwas wie eine Grundfarbe, sie vertragen sich mit allem.
Kurze Hosen aus Leinen oder leichter Baumwolle sind im Hochsommer die bessere Wahl als Jeans, die bei Hitze schwer werden und lange trocknen. Und ein leichtes Hemd über einem T-Shirt macht aus dem Alltagsoutfit in Sekunden etwas Festliches, ohne dass ein Kind sich verkleidet fühlt.
Wie kombiniert man Sommerteile, damit alles zusammenpasst?
Am einfachsten über eine Grundfarbe. Wenn alle Hosen in Marine, Beige oder Khaki gehalten sind, passt jedes Shirt dazu. Muster kommen dann nur nach oben, und zwar eines pro Outfit. So kann dein Kind sich morgens selbst zusammenstellen, ohne dass etwas schiefgeht, und das ist mehr wert als jedes einzelne schöne Teil.
Welche Schuhe passen im Sommer?
Sandalen mit fester Sohle, geschlossener Kappe vorn und einem Riemen an der Ferse. Die geschlossene Kappe ist bei Kindern kein Detail, sondern der Grund, warum ein Sommer ohne blaue Zehen vergeht. Der Fersenriemen verhindert, dass der Fuß beim Rennen nach vorn rutscht.
Badeschuhe und Zehentrenner sind für den Strand gedacht und nicht für den Spielplatz, weil Kinder darin leicht umknicken. Beim Kauf gilt dasselbe wie im Winter: nachmittags anprobieren, wenn die Füße etwas breiter sind, und rund einen Zentimeter Platz vor dem längsten Zeh lassen.
Was gehört in den Kindergartenrucksack im Sommer?
Eine Kopfbedeckung, eine auslaufsichere Trinkflasche, ein Satz Wechselkleidung und eine dünne Jacke. Sonnencreme wird in vielen Einrichtungen morgens zu Hause aufgetragen und mittags von den Erzieherinnen und Erziehern erneuert, das solltest du zu Beginn der Saison einmal klären.
Gummistiefel bleiben auch im Sommer sinnvoll, weil Wasserspiele im Garten fest zum Programm gehören. Und alles wird beschriftet, sonst kommt am Freitag die Hälfte nicht zurück. Am schnellsten geht das mit Namensaufklebern zum Aufbügeln oder Aufkleben.
Wann kauft man Sommerkleidung am günstigsten?
Im Juli und August, wenn der Sommerschlussverkauf läuft und die Herbstware in die Regale kommt. Dann kaufst du für den nächsten Sommer, also eine Größe weiter, und zahlst oft die Hälfte. Das funktioniert bei Kindern besser als bei Erwachsenen, weil ein Kind ohnehin herauswächst und die Größe im Voraus keine Wette ist, sondern eine Rechnung.
Zwei Ausnahmen davon: Schuhe kauft man nie auf Vorrat, weil sich Fußform und Länge nicht vorhersagen lassen. Und Badesachen lohnen sich im Schlussverkauf nur, wenn das Kind nicht gerade zwischen zwei Größen steht, sonst sitzt der Anzug im nächsten Jahr genau einen Sommer zu knapp. Bei allem anderen, also T-Shirts, kurzen Hosen, Kleidern und Sonnenhüten, ist der August der beste Zeitpunkt des Jahres.
Wer gebraucht kauft, findet Sommersachen erfahrungsgemäß in besserem Zustand als Winterkleidung: Sie werden nur wenige Wochen im Jahr angezogen und überstehen deshalb oft zwei oder drei Kinder.
Und was ist mit dem Rest des Jahres?
Für die kalte Jahreszeit gilt fast dasselbe in umgekehrter Reihenfolge: mehrere dünne Schichten statt einer dicken, und Verschlüsse, die ein Kind mit Handschuhen bedienen kann. Was dein Kind im Schnee wirklich braucht, steht in der Winter-Checkliste. Und damit die guten Sachen auch aus der Kita zurückkommen, hilft die Anleitung zum Beschriften von Kita-Kleidung.
Titelfoto: Sarah Doody auf Unsplash