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Ein Adventskranz aus dem Laden ist schnell gekauft, und meistens sieht er aus wie der vom Nachbarn. Einer, den du selbst gebunden hast, sieht aus wie eure Familie: vielleicht ein bisschen schief an einer Stelle, mit einem Zapfen, den dein Kind unbedingt dran haben wollte, aber herrlich individuell und liebevoll gemacht.
Hier steht, wie das in fünf Schritten geht, was du dafür brauchst, was Kinder in welchem Alter selbst übernehmen können und wie der Kranz bis zum vierten Advent grün bleibt.
Wie macht man einen Adventskranz selber?
Du brauchst einen Rohling aus Stroh, Tannengrün in kleinen Stücken, grünen Wickeldraht und vier Kerzen mit Haltern. Das Grün wird in Büscheln mit dem Draht um den Rohling gewickelt, jedes Büschel überdeckt den Stiel des vorigen, bis der Ring geschlossen ist. Dann die Kerzenhalter hineinstecken, Kerzen aufsetzen, schmücken. Rechne mit einer guten Stunde.
Was du brauchst
Die Liste ist kurz und fast alles davon gibt es auch beim Floristen oder im Baumarkt. Wenn du alles auf einmal bestellt, hat es am Samstag da.
- einen Strohrohling mit etwa 25 bis 30 Zentimetern Durchmesser, für den Esstisch reicht der kleinere
- Tannengrün: Nordmanntanne bleibt am längsten grün, Nobilis duftet am stärksten, Fichte nadelt schnell
- grünen Wickeldraht auf der Rolle, nicht abschneiden, sondern durchgehend wickeln
- vier Kerzenhalter zum Stecken, mit Dorn nach unten
- vier Adventskerzen, am besten Stumpenkerzen, die stehen sicherer als schlanke
- eine Gartenschere, alte Zeitungen für den Tisch, ein Handtuch für die Hände
- zum Schmücken, was da ist: Zapfen, Zimtstangen, getrocknete Orangenscheiben, Holzsterne, Bänder
Das Grün kaufst du erst am Tag des Bindens. Zweige, die drei Tage in der warmen Wohnung lagen, sind schon halb trocken, bevor die erste Kerze brennt.
Die Anleitung in fünf Schritten
1. Grün schneiden
Schneide die Zweige in Stücke von etwa zehn bis zwölf Zentimetern. Es sollen kleine Büschel sein, keine Äste. Sortiere sie in zwei Häufchen: schöne, gleichmäßige für außen und krumme für die Innenseite, die später niemand sieht. Das ist die Arbeit, die Kinder ab dem Grundschulalter mit einer stumpfen Gartenschere gut machen, und die dauert am längsten.
2. Den Draht befestigen
Wickle das Drahtende zweimal fest um den Rohling und verdrehe es, damit es hält. Der Draht bleibt jetzt bis zum Ende an der Rolle. Wer ihn zwischendurch abschneidet, muss jedes Mal neu ansetzen, und genau da werden Kränze locker.
3. Das erste Büschel
Lege drei bis vier Zweigstücke als Büschel schräg auf den Rohling, die Spitzen zeigen alle in dieselbe Richtung. Wickle den Draht zwei- bis dreimal straff um die Stiele. Straff heißt: Der Draht drückt sich leicht ins Stroh. Zu locker ist der häufigste Anfängerfehler, zu fest gibt es praktisch nicht.
4. Weiterwickeln, bis der Ring zu ist
Das nächste Büschel legst du so, dass es die Stiele des ersten verdeckt. Wieder wickeln. Immer in dieselbe Richtung, immer die Stiele des vorigen Büschels zudecken, außen und innen abwechselnd, damit der Kranz rundum grün wird. Beim letzten Büschel hebst du die Spitzen des allerersten an und schiebst die Stiele darunter. Draht dreimal wickeln, abschneiden, Ende ins Stroh stecken.
5. Kerzen und Schmuck
Die vier Kerzenhalter mit dem Dorn durchs Grün ins Stroh drücken, gleichmäßig verteilt. Dann die Kerzen aufsetzen und von oben prüfen, ob sie gerade stehen. Erst danach kommt der Schmuck, mit kurzen Drahtstücken oder Heißkleber. Weniger ist hier mehr: Drei Zapfen und ein paar Orangenscheiben wirken ruhiger als zwanzig Kleinteile.
Was Kinder in welchem Alter selbst machen
Ein Adventskranz ist eine gute Bastelarbeit für die ganze Familie, weil er aus Schritten besteht, die verschieden schwer sind. Niemand muss den Draht wickeln, um dabei zu sein.
| Alter | Das geht | Das übernimmst du |
|---|---|---|
| 2 bis 3 | Zweige anreichen, Zapfen und Sterne auf den fertigen Kranz legen | alles andere |
| 4 bis 5 | Büschel zusammenlegen, Schmuck auswählen, Orangenscheiben verteilen | schneiden, wickeln, Kerzen |
| 6 bis 8 | Zweige schneiden, Büschel anlegen, während du wickelst, Schmuck festkleben | Draht und Kerzenhalter |
| ab 9/10 | einen eigenen kleinen Kranz von Anfang bis Ende | zusehen und loben |
Bei kleinen Kindern gilt für den Kranz dasselbe wie für jede Kerze: Er steht erst dann auf dem Tisch, wenn ein Erwachsener dabeisitzt. Wer das Thema ganz umgehen will, nimmt LED-Kerzen mit Timer. Die sehen inzwischen echt aus, und der Kranz kann abends auf dem Boden stehen, wo das Kind die Türchen zählt.
Damit der Kranz bis zum vierten Advent hält
Ein selbst gebundener Kranz ist frischer als jeder gekaufte, aber er ist Tannengrün in einer geheizten Wohnung. Vier Dinge verlängern seine Zeit deutlich.
- Den Rohling vor dem Binden für eine halbe Stunde in Wasser legen und abtropfen lassen. Das feuchte Stroh versorgt die Stiele in den ersten Tagen.
- Den Kranz nachts oder tagsüber, wenn niemand da ist, an einen kühlen Ort stellen: Flur, Schlafzimmer, Balkon bei Frostfreiheit.
- Nicht direkt an die Heizung und nicht in die Sonne am Fenster.
- Alle paar Tage mit der Sprühflasche benetzen, aber nur, wenn die Kerzen aus sind und trocknen können.
Nadelt er trotzdem, ist das kein Versagen. Ein Kranz, der am vierten Advent etwas müde aussieht, hat vier Sonntage lang gebrannt.
Drei Kränze, die ohne Grün auskommen
Nicht jede Familie will Tannenzweige auf dem Küchentisch. Diese drei Varianten sind schneller und halten das ganze Jahr.
Der Kranz aus Holzscheiben
Vier Kerzenhalter auf ein rundes Holzbrett oder eine dicke Baumscheibe schrauben, dazwischen Moos, Zapfen und ein paar Zweige lose verteilen. Das Grün lässt sich jede Woche austauschen, das Brett bleibt.
Der Kranz auf dem Tablett
Vier Kerzen in Gläsern auf ein Tablett, dazwischen Nüsse, Mandarinen, Zimtstangen. Das ist der Kranz für alle, die keinen Draht in die Hand nehmen wollen, und er lässt sich in zehn Minuten umdekorieren, wenn Besuch kommt.
Der Kranz aus Eukalyptus
Eukalyptus trocknet, ohne zu nadeln, und behält seine Farbe. Er wird genauso gewickelt wie Tanne, sieht aber leichter aus und passt in helle Wohnungen. Der Duft ist kräftig, das mag nicht jeder am Esstisch.
Häufige Fragen zum Adventskranz
Welches Grün hält am längsten?
Nordmanntanne. Sie nadelt kaum und bleibt drei bis vier Wochen frisch, wenn der Kranz nachts kühl steht. Nobilistanne hält ähnlich lange und duftet stärker. Fichte und Kiefer sind günstiger, verlieren aber nach zwei Wochen sichtbar Nadeln.
Wie groß sollte der Rohling sein?
Für den Esstisch reichen 25 Zentimeter, mit dem Grün wird der Kranz rund zehn Zentimeter größer. Auf einer Kommode oder als Tischmitte für acht Personen darf es der 30er sein. Alles darüber braucht viel Grün und wird schwer.
Wie viel Tannengrün brauche ich?
Für einen 25er Rohling etwa ein großes Bündel, so viel, wie in beide Arme passt. Lieber etwas mehr kaufen: Was übrig bleibt, wird zum Türkranz oder liegt lose auf der Fensterbank.
Kann man den Kranz auch kleben statt wickeln?
Ja, mit Heißkleber auf einem Rohling aus Stroh oder Styropor. Das geht schneller, hält aber nur bei trockenem Grün wie Eukalyptus oder Kunstzweigen gut. Frische Tanne verliert am Klebepunkt schnell die Nadeln. Für einen Kranz, der vier Wochen halten soll, ist Draht die bessere Wahl.
Was tun, wenn die Kerzen schief stehen?
Den Halter herausziehen, ein kleines Stück Zweig unter die Seite legen, an der er kippt, und neu einstecken. Wenn die Kerze selbst wackelt, ein Tropfen Wachs von einer brennenden Kerze in den Halter, Kerze aufsetzen, festhalten, bis es hart ist.
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Titelfoto: KaLisa Veer auf Unsplash