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Irgendwann im Januar kommt der Zettel aus der Kita, und dann steht die Frage im Raum: Was wird dein Kind dieses Jahr? Die gekauften Kostüme im Laden sehen alle gleich aus, und das schönste an Fasching ist ohnehin, wenn ein Kind erzählen kann, dass es sein Kostüm selbst gemacht hat.

Hier stehen fünfzehn Ideen, sortiert nach dem, woraus sie bestehen. Das ist praktischer als eine Sortierung nach Schönheit: Du weißt meistens, ob noch Karton im Keller steht oder ein Rest Filz in der Schublade liegt, und danach entscheidet sich, was an einem Abend machbar ist.

Wie macht man ein Kinderkostüm selbst?

Mit dem, was da ist: Karton, Filz, Tüll, Krepppapier und ein schlichtes Kleidungsstück als Grundlage. Die meisten Kostüme auf dieser Seite brauchen keine Nähmaschine und keinen ganzen Abend. Entscheidend ist ein einziges klares Erkennungsmerkmal, ein Schwanz, ein Kamm, ein Hut, den Rest macht die Fantasie der anderen.

Was du dafür im Haus haben solltest

Fast alle Ideen unten kommen mit derselben kleinen Grundausstattung aus. Wer sie einmal beisammen hat, muss am Abend vorher nicht mehr losfahren.

Material Wofür Ersatz, wenn nichts da ist
Karton Flugzeug, Rakete, Ballon jeder Umzugskarton, jede Paketverpackung
Filz Ohren, Schwänze, Flügel alter Filzhut, dicke Bastelpappe
Tüll Tutus, Blüten, Wolken Gardinenrest, Krepppapier
ein einfarbiger Body oder Pulli die Grundlage von fast allem etwas, das ohnehin schon zu klein wird
Heißkleber und Kreppband alles zusammenhalten Bastelkleber plus Geduld über Nacht

Aus Karton: Flugzeug, Rakete, Heißluftballon und Astronaut

Kartonkostüme sind die dankbarsten. Sie kosten nichts, sie wirken aus zehn Metern Entfernung, und Kinder bauen ab etwa fünf Jahren selbst mit. Der einzige Punkt, an den man vorher denken sollte: Ein Kind muss sich damit hinsetzen können, sonst zieht es das Kostüm nach einer Stunde aus.

  • Das Pappflugzeug. Ein Karton, an beiden Seiten je ein Flügel, hinten ein Leitwerk, zwei Träger aus Band über die Schultern. Bemalt wird es in der Farbe, die dein Kind aussucht, und das ist regelmäßig eine andere als die, die du erwartet hättest.
  • Die Rakete. Dieselbe Bauweise, statt Flügeln drei Flossen und oben eine Spitze aus Tonpapier. Unten ein paar Streifen Krepppapier in Rot und Orange, dann sieht es aus, als würde sie gleich starten.
  • Der Heißluftballon. Der aufwendigste der drei und der, bei dem alle stehen bleiben. Ein Korb um die Hüfte, darüber ein Ballon aus Pappmaché oder ein aufgeblasener Luftballon an Drähten. Plane dafür zwei Nachmittage ein, einen zum Bauen und einen zum Trocknen.
  • Der Astronaut. Ein weißer Pulli, silbernes Klebeband an Armen und Beinen, ein Rucksack aus zwei Plastikflaschen und ein Helm aus Pappe. Wer keine Zeit hat, nimmt einen fertigen Helm und macht den Rest selbst, das sieht man dem Ergebnis nicht an.

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Falls es schnell gehen muss: Astronautenkostüme für Kinder und Raketenkostüme gibt es fertig, und ein selbst bemalter Karton daneben wertet auch ein gekauftes Kostüm auf.

Aus Filz und Stoff: Fuchs, Vogel, Löwe und der Wolf

Filz ist das freundlichste Material für Ungeübte. Er franst nicht, verzeiht krumme Schnitte und lässt sich kleben statt nähen. Ein Fuchsschwanz aus Filz an einer Leggings, dazu zwei Ohren auf einem Haarreif, und das Kostüm ist fertig.

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Farbenfroh und mutig geht dieses zuckersüße Fuchskostüm an den Start. Der große Vorteil an Tierkostümen aus Stoff: Dein Kind ist darin warm angezogen, und bei einem Umzug im Februar ist das kein Nebenaspekt.

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Beim Vogelkostüm steckt die ganze Wirkung im Umhang: Federn aus Filz, von unten nach oben aufgenäht oder aufgeklebt, dazu eine Kapuze mit Schnabel. Es gibt eine Anleitung dazu, und der Umhang lässt sich später als Verkleidungskiste weiterverwenden.

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In dieses Bild habe ich mich sofort verliebt: eine kleine Löwin ohne Fell, dafür mit einer Mähne aus Tüllstreifen. Das ist der Trick, den man auf jedes Tier übertragen kann. Statt eines ganzen Anzugs nur ein Kragen, und der Rest bleibt normale Kleidung.

Rotkäppchen und der Wolf ist das Kostüm für zwei, und es funktioniert sowohl mit Geschwistern als auch mit einem Elternteil. Ein roter Umhang mit Kapuze auf der einen Seite, ein grauer mit Ohren auf der anderen. Angsteinflößend ist daran nichts, die beiden sehen zusammen aus wie die dicksten Freunde.

Fertige Alternativen: Fuchskostüme, Vogelkostüme, Löwenkostüme und Wolfskostüme für Kinder.

Aus Tüll und Watte: Zuckerwatte, Flamingo und Blumenkind

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Rosa, kuschelig und zum Verlieben: das Zuckerwatte-Kostüm. Watte oder Füllwatte auf ein einfarbiges Oberteil geklebt, dazu ein Stiel aus Pappe im Rücken. Eines der wenigen Kostüme, bei denen es besser wird, je unordentlicher man arbeitet.

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Das Flamingo-Kostüm lebt von einer einzigen Farbe. Rosa Tutu, rosa Oberteil, ein Hals aus Filz über der Schulter und ein Schnabel. Wer es lieber weniger rosa mag, macht daraus mit denselben Handgriffen einen Kranich oder einen Storch.

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Das Blumenkind ist die Idee für alle, die keine Prinzessin mehr sein wollen und noch nicht wissen, was stattdessen. Ein Blumentopf aus Pappe um die Hüfte, oben Blüten aus Krepppapier, fertig. Und es ist das Kostüm mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung auf dieser Seite.

Wenn es fertig sein darf: Tutus und Ballettkleider sind die Grundlage für alle drei und günstiger, als sie selbst zu nähen, dazu Flamingo-Kostüme für Kinder.

Für die Kleinsten: Ananas, Karotte, Schnecke und Stinktier

Bei Babys und Kleinkindern gilt eine eigene Regel: nichts, was drückt, nichts, was über den Kopf gezogen werden muss, und nichts, was beim Sitzen im Weg ist. Alle vier Ideen hier bestehen deshalb aus einem Body und einer Kleinigkeit obendrauf.

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Die Ananas ist ein gelber Body mit aufgeklebten Rauten und eine Krone aus grünem Filz. Zwanzig Minuten Arbeit, und trotzdem das Kostüm, das auf jeder Feier fotografiert wird.

Die Karotte funktioniert genauso: oranger Body, grünes Tüllbüschel als Kraut auf einem Stirnband. Wer will, legt für das Foto ein paar echte Möhren daneben, dann versteht auch der letzte Gast, worum es geht.

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Die Schnecke ist die sparsamste Idee überhaupt: ein Schneckenhaus aus einer aufgerollten Decke oder einem Kissen auf dem Rücken, zwei Fühler auf einem Haarreif. Und sie hat einen Vorteil, den kein anderes Kostüm hat: Das Haus lässt sich abnehmen, wenn das Kind müde wird.

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Vor diesen Stinktieren muss niemand Angst haben. Schwarzer Anzug, ein breiter weißer Streifen über den Rücken, ein buschiger Schwanz. Es ist das Kostüm, bei dem Erwachsene am meisten lachen, und Kinder merken das und spielen mit.

Für Babys, bei denen es schnell gehen muss: Ananas-Kostüme für Babys und Pilotenkostüme, die sich gut mit einem selbst gebauten Flugzeug kombinieren lassen.

Was fast immer schiefgeht

  • Zu spät angefangen. Farbe braucht eine Nacht, Pappmaché zwei Tage. Wer am Vorabend beginnt, landet beim Body mit aufgeklebten Formen, und das ist dann auch in Ordnung.
  • Das Kostüm passt nicht durch den Alltag. Ein Kind sitzt, isst, geht auf die Toilette und zieht eine Jacke an. Alles, was dabei stört, wird ausgezogen.
  • Zu viel Kleber auf Papier. Krepp und Transparentpapier wellen sich, sobald sie nass werden. Dünn auftragen, lieber zweimal.
  • Nachbessern. Der schwerste Punkt, und er ist elterlich. Ein Kostüm, das du korrigierst, gehört danach dir. Ein krummer Schwanz, den dein Kind selbst geklebt hat, ist mehr wert als ein gerader.
  • Kein Plan B. Leg ein zweites, ganz einfaches Kostüm bereit, ein Tuch, einen Hut, eine Maske. Manchmal ist am Morgen alles anders, und dann rettet das den Tag.

Häufige Fragen zu selbst gemachten Kinderkostümen

Wie lange braucht man für ein selbst gemachtes Kostüm?

Zwischen zwanzig Minuten und einem Abend. Alles, was nur aus einem Body und aufgeklebten Formen besteht, ist schnell fertig; sobald Karton geschnitten, bemalt und getrocknet werden muss, plane zwei Termine ein. Farbe und Kleber brauchen über Nacht, das ist der Schritt, den fast alle unterschätzen.

Welches Kostüm geht ohne Nähen?

Fast jedes auf dieser Seite. Filz franst nicht und lässt sich kleben, Karton wird getackert, Tüll wird geknotet. Wer eine Nähmaschine hat, ist schneller, wer keine hat, kommt trotzdem ans Ziel. Doppelseitiges Klebeband hält an Stoff erstaunlich lange.

Was passt für Jungen und Mädchen gleichermaßen?

Rakete, Flugzeug, Heißluftballon, Astronaut, Fuchs, Wolf, Löwe, Stinktier, Schnecke und Vogel funktionieren unabhängig davon, wer sie anzieht. Bei Blumenkind, Flamingo und Zuckerwatte lohnt es sich, vorher zu fragen, und die Antwort fällt oft anders aus als erwartet.

Wie bleibt ein Kostüm den ganzen Abend heil?

Alles, was aus Papier ist, mit Klebeband von innen verstärken, besonders an Trägern und Löchern. Und ein Kostüm sollte sitzen können: Wer in einem Kartonkörper nicht auf einen Stuhl passt, zieht es nach einer Stunde aus. Das ist der häufigste Grund, warum ein schönes Kostüm im Flur landet.

Ab welchem Alter bastelt ein Kind mit?

Ab zwei kleben und tupfen Kinder mit, ab vier schneiden sie, ab sechs bauen sie ganze Teile allein. Wichtig ist weniger, wie viel dein Kind schafft, als dass es hinterher auf eine Stelle zeigen kann und sagt, die habe es gemacht.

Was macht man, wenn das Kostüm am Morgen abgelehnt wird?

Nicht überreden. Zieh das Kostüm nicht an, sondern leg es hin und mach etwas anderes. Sehr oft kommt ein Kind eine halbe Stunde später von allein darauf zurück. Und wenn nicht, ist ein Kind im Lieblingspulli auf einer Faschingsfeier immer noch ein glückliches Kind.

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Titelfoto: Patricia Prudente auf Unsplash