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Im Advent wird bei uns mehr vorgelesen als im ganzen restlichen Jahr. Es wird früh dunkel, die Kinder sind abends aufgedreht, und ein Buch auf dem Sofa ist die einzige Beschäftigung, bei der alle drei gleichzeitig still sind. Dafür braucht es Bücher, die Weihnachten ernst nehmen und trotzdem nicht kitschig sind.

Wir empfehlen dir Weihnachtsbücher für jedes Alter, vom Pappbuch bis zum Vorleseroman, und zeigen, wie ein Adventskalender aus Büchern funktioniert. Den Anfang machen die Bücher, in denen die Weihnachtsgeschichte selbst erzählt wird, denn ohne sie fehlt dem Regal der Grund für das Fest.

Welche Weihnachtsbücher passen für welches Alter?

Für Kinder unter drei Pappbücher mit einem Bild pro Seite, ab drei Bilderbücher mit einer Geschichte über wenige Seiten, ab fünf längere Bilderbücher und erste Vorlesegeschichten, ab acht Kapitelbücher, bei denen jeden Abend ein Kapitel gelesen wird. Für alle Altersstufen gibt es Bücher mit 24 Geschichten, die als Adventskalender funktionieren. Und für jedes Alter gibt es die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel in einer Fassung, die das Kind versteht.

Zuerst die Weihnachtsgeschichte: christliche Weihnachtsbücher für jedes Alter

Bevor es um Polarexpress und Bullerbü geht, kommt bei uns das Buch, ohne das Weihnachten nur ein Fest mit Lichtern wäre: die Geschichte von Maria und Josef, dem Stall in Bethlehem, den Hirten und dem Kind in der Krippe. Sie steht im Lukasevangelium, und sie ist kürzer, als die meisten denken. Vorgelesen dauert sie keine fünf Minuten, und genau deshalb passt sie an jeden Abend im Advent und an den Heiligabend selbst, bevor die Geschenke kommen.

Ab 2 Jahren genügt eine Kinderbibel für die Kleinsten aus Pappe, mit einem Bild pro Seite und zwei Sätzen darunter. Das Kind merkt sich den Stern, den Esel und das Baby im Stroh, mehr muss es noch nicht.

Ab 4 Jahren kommt die Weihnachtsgeschichte als eigenes Bilderbuch: eine Handlung, die das Kind nacherzählen kann, kein Platz in der Herberge, der Weg nach Bethlehem, die Engel bei den Hirten. In diesem Alter stellen Kinder zum ersten Mal die Frage, warum das Kind in einem Stall zur Welt kam, und ein gutes Bilderbuch beantwortet sie, ohne zu belehren.

Ab 6 Jahren lohnt eine richtige Kinderbibel, in der die Weihnachtsgeschichte neben den anderen Geschichten steht. Wir lesen aus der „Die Gott hat dich lieb Bibel“ von Sally Lloyd-Jones, weil jede Geschichte darin auf das Kind in der Krippe zuläuft und Kinder das nach ein paar Abenden selbst bemerken.

Für den ganzen Advent gibt es den christlichen Adventskalender als Buch: 24 Geschichten, die am 24. in Bethlehem ankommen. Das ist für uns der schönste Kalender, weil das Kind am Heiligabend weiß, worauf alles zugelaufen ist.

Wer nur ein einziges Weihnachtsbuch kauft, kauft eines davon. Alles Weitere in diesem Beitrag ist Zugabe.

Ab 2 Jahren: Pappbücher, die Zähne aushalten

In diesem Alter ist ein Weihnachtsbuch ein Buch, in dem ein Baum vorkommt, eine Kerze und vielleicht ein Schneemann. Mehr Handlung braucht es nicht, mehr Text auch nicht. Was zählt: dicke Seiten, klare Bilder, etwas zum Anfassen, Aufklappen oder Schieben.

  • Wimmelbücher zur Weihnachtszeit, in denen das Kind jeden Abend etwas Neues findet
  • Mitmachbücher, bei denen man den Baum schüttelt oder die Kerze auspustet
  • kurze Reimgeschichten, die nach dem dritten Vorlesen mitgesprochen werden

Eine gute Auswahl findest du unter Weihnachtsbüchern ab zwei Jahren. Zwei oder drei reichen, in diesem Alter werden Bücher nicht gelesen, sondern wiederholt.

Ab 4 Jahren: die erste richtige Geschichte

Jetzt darf etwas passieren: ein verlorener Handschuh, ein Tier, das Weihnachten nicht kennt, ein Kind, das auf den Schnee wartet. Die Geschichte muss an einem Abend zu Ende sein, sonst schläft niemand.

Ein Klassiker, der in dieses Alter gehört, ist „Weihnachten in Bullerbü“ von Astrid Lindgren. Es gibt keinen Weihnachtsmann darin und keinen Zauber, nur Kinder, die Plätzchen backen, den Baum holen und über Eis laufen. Genau das macht es so ruhig. Wer mehr sucht, findet unter Weihnachtsbüchern ab vier auch Sammelbände mit mehreren kurzen Geschichten, das ist praktisch, wenn abends nur noch zehn Minuten bleiben.

Ab 6 Jahren: Bilderbücher mit Tiefe

Ab dem Vorschulalter darf ein Bilderbuch länger sein und etwas verhandeln: Sehnsucht, Zweifel, Großzügigkeit. Kinder in diesem Alter merken, wenn ein Buch sie ernst nimmt.

„Der Polarexpress“ von Chris Van Allsburg ist dafür das Beispiel: ein Junge, der nachts in einen Zug steigt, und am Ende eine Glocke, die nur hört, wer glaubt. Die Bilder sind dunkel und ruhig, der Text kurz. Das Buch funktioniert bei Sechsjährigen und bei ihren Eltern.

Und in dieses Alter gehört die Weihnachtsgeschichte selbst, die von Maria, Josef und dem Stall. In jeder Kinderbibel steht sie in einer Fassung, die Kinder verstehen, und es gibt sie auch als eigenes Bilderbuch. Wer sie am Heiligabend vorliest, gibt dem Fest den Grund, den Lichter und Geschenke allein nicht haben. Für unsere Familie ist das die eine Geschichte, die jedes Jahr gelesen wird, egal, was sonst neu im Regal steht.

Weitere Vorlesebücher für dieses Alter gibt es unter Weihnachtsbüchern ab sechs zum Vorlesen.

Ab 8 Jahren: ein Kapitel pro Abend

Mit acht kann ein Kind selbst lesen, aber es will noch vorgelesen bekommen, und der Advent ist die Zeit dafür. Ein Buch mit 24 Kapiteln, jeden Abend eines, ist der Adventskalender, der nichts kostet außer zwanzig Minuten.

„Hilfe, die Herdmanns kommen“ von Barbara Robinson ist das lustigste Weihnachtsbuch, das wir kennen: Sechs unmögliche Geschwister übernehmen das Krippenspiel der Gemeinde, und am Ende hat die ganze Stadt verstanden, worum es an Weihnachten geht. Es ist kurz genug für eine Adventswoche und wird bei uns jedes Jahr gelesen, inzwischen von den Kindern selbst.

Unter Weihnachtsbüchern ab acht finden sich weitere Kapitelbücher, viele davon mit 24 Kapiteln. Wer ein Kind hat, das lieber selbst liest, legt das Buch am ersten Dezember aufs Kopfkissen, mit einem Zettel: ein Kapitel pro Tag, nicht mehr.

Der Adventskalender aus Büchern

Das ist die Idee, die bei uns den Schokoladenkalender ersetzt hat: 24 Geschichten, jeden Abend eine. Es gibt drei Wege dorthin, und der teuerste ist nicht der beste.

Ein Buch mit 24 Geschichten

Der einfachste Weg. Unter Adventskalender-Büchern für Kinder gibt es Bände für jedes Alter, vom Pappbuch mit 24 Klappen bis zum Roman mit 24 Kapiteln. Ein Buch, ein Kalender, fertig.

24 kleine Büchlein zum Aufhängen

Manche Verlage packen 24 Minibücher in eine Schachtel. Man hängt sie an eine Schnur, jeden Tag wird eines abgenommen. Das ist der Kalender, der wie ein Kalender aussieht, und die Büchlein wandern danach in die Kita-Tasche.

24 Bücher aus dem eigenen Regal

Der günstigste Weg und der persönlichste. Alle Weihnachtsbücher, die ihr habt, dazu Bücher aus der Bücherei, dazu zwei oder drei neue, alles in Packpapier eingewickelt und nummeriert. Jeden Abend darf ein Kind eines auspacken. Die Kinder wissen nach drei Jahren, welches Buch hinter welchem Papier steckt, und freuen sich trotzdem.

Wie das Vorlesen im Advent zur Gewohnheit wird

Ein fester Platz, eine feste Zeit, eine Kerze. Bei uns ist es das Sofa nach dem Abendessen, mit der Adventskerze auf dem Tisch. Das Vorlesen dauert zwanzig Minuten, und niemand hat währenddessen ein Gerät in der Hand, auch die Erwachsenen nicht. Am Anfang ist das eine Regel, nach einer Woche ist es der Teil des Tages, auf den alle warten.

Wer mehrere Kinder in verschiedenen Altersstufen hat, liest zwei Bücher: erst das kurze für die Kleinen, dann bringt man sie ins Bett, und das Kapitelbuch gehört den Großen. Das ist die halbe Stunde, in der ein Achtjähriger noch einmal das einzige Kind ist.

Häufige Fragen zu Weihnachtsbüchern

Ab wann versteht ein Kind die Weihnachtsgeschichte?

Die Handlung ab etwa vier: eine Familie, kein Platz, ein Stall, ein Kind. Die Bedeutung dahinter kommt Jahr für Jahr dazu. Deshalb lohnt es sich, dieselbe Fassung mehrfach zu lesen, statt jedes Jahr eine neue zu kaufen.

Wie viele Weihnachtsbücher braucht man?

Wenige. Drei bis fünf, die jedes Jahr wiederkommen, sind mehr wert als zwanzig, die einmal gelesen werden. Neue Bücher kommen dazu, wenn ein Kind aus einer Stufe herauswächst, nicht jedes Jahr.

Wo bewahrt man die Weihnachtsbücher auf?

Mit der Weihnachtsdeko, nicht im Bücherregal. Wenn die Kiste mit den Kugeln vom Dachboden kommt, kommen die Bücher mit, und sie sind elf Monate lang nicht gesehen worden. Das macht sie im Dezember neu.

Passt ein Buch mit Weihnachtsmann in eine christliche Familie?

Das entscheidet jede Familie selbst. Bei uns gibt es beides, und die Kinder wissen, was Geschichte ist und was Erzählung. Wer den Weihnachtsmann lieber draußen lässt, findet genug Bücher ohne ihn, Bullerbü zum Beispiel, oder die Bücher, in denen Tiere Weihnachten feiern.

Lieber vorlesen oder Hörbuch?

Beides hat seinen Platz. Das Hörbuch für die Autofahrt zu den Großeltern, das Vorlesen für den Abend. Vorlesen ist nicht durch ein Hörbuch zu ersetzen, weil das Kind dabei die Stimme hört, die es kennt, und weil man an der richtigen Stelle anhalten und fragen kann.

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Titelfoto: Sabina Sturzu auf Unsplash