Ich ertappe mich ständig auf der Suche nach neuen Einrichtungsideen und Design-Inspirationen fürs Kinderzimmer. Und nicht nur im Kinderzimmer können Spielzeug und Co. geschickt in Szene gesetzt werden. Auch das Elternschlafzimmer oder Spieleck im Wohnzimmer kann schick und modern aussehen und jedes Kinderherz erfreuen.

In meinem Beitrag zu den 12 schönsten Babybetten, habe ich dir bereits ein paar süße Wiegen und Schaukelbettchen vorgestellt. Doch es gibt weitaus mehr Wiegen, die vermutlich nicht nur mich begeistern.

Was macht eine moderne Babywiege aus?

Weniger Rüschen und mehr Konstruktion. Moderne Wiegen setzen auf sichtbares Holz oder Metall, klare Formen und die Frage, was danach damit passiert: Manche werden zum Schaukelstuhl, andere zum Regal. Gemeinsam ist ihnen ein fester, exakt passender Boden und eine Aufhängung, die sich feststellen lässt.

Die fünf Bauarten, und was sie unterscheidet

So verschieden die Modelle aussehen, es gibt fünf Bauarten. Die Entscheidung dafür ist wichtiger als die Farbe, denn sie legt fest, wo die Wiege stehen kann und wie lange du sie nutzt.

Die Kufenwiege

Der Klassiker: ein Bettchen auf zwei gebogenen Kufen, das sich mit dem Fuß anschaubeln lässt. Steht überall, braucht keine Aufhängung und ist am einfachsten weiterzugeben. Wichtig ist eine Feststellung, damit die Wiege nicht dauerhaft schaukelt, wenn das Kind schläft.

Die Pendelwiege am Gestell

Das Bettchen hängt in einem eigenen Rahmen und schwingt seitlich. Sie kommt ohne Deckenhaken aus und ist damit die mietwohnungstauglichste Variante. Dafür nimmt der Rahmen deutlich mehr Platz ein als die Liegefläche vermuten lässt.

Die Hängewiege an der Decke

Die schönste und die aufwendigste. Sie schwingt in alle Richtungen und beruhigt viele Babys zuverlässig. Sie braucht aber einen Deckenhaken, der fachgerecht in eine tragfähige Decke gesetzt ist, und das ist kein Punkt, an dem improvisiert wird. In Altbauten mit Stuck oder abgehängten Decken geht es oft gar nicht.

Die Federwiege

Eine Stoffhängematte an einer Feder, die sanft auf und ab federt statt zu pendeln. Sie hilft besonders unruhigen Babys, und genau deshalb schwören manche Eltern darauf. Sie ist am schnellsten ausgewachsen, sobald sich das Kind selbst aufrichtet.

Der Stubenwagen auf Rollen

Streng genommen keine Wiege, praktisch aber die Variante, für die sich die meisten entscheiden: Er lässt sich von Zimmer zu Zimmer schieben und steht nachts neben dem Elternbett. Wer tagsüber viel unterwegs in der eigenen Wohnung ist, hat davon mehr als von jeder festen Wiege.

Zehn Wiegen, die uns aufgefallen sind

Diese zehn haben wir über die Jahre gesammelt. Wo die Quelle noch existiert, ist sie verlinkt, damit du dir das Modell selbst ansehen kannst.

  • Die Schaukelwiege von Leander. Der bekannteste Entwurf überhaupt, gebogenes Holz, wahlweise hängend oder auf einem Gestell. Eine Übersicht solcher hängenden Wiegen zeigt, wie unterschiedlich das Prinzip umgesetzt wird.
  • Die Filzwiege „Little Nest“. Ein Korb aus dickem Filz statt aus Holz, weich, leicht und ungewöhnlich. Vorgestellt bei Deavita.
  • Die drahtige Wiege von Nika Zupanc. Ein Designstück aus dünnem Metall mit einem Herz an der Seite, eher Objekt als Möbel. Ähnliches führt leinenlieb.
  • Die rustikale Holzwiege mit Herz. Massives Holz, ein ausgefrästes Herz im Kopfteil, ein Stück, das man weitergibt. Ein schönes Beispiel steht bei sort of pink.
  • Die Wiege mit Tiermotiv. Dieselbe Bauart, statt des Herzens ein ausgesägter Bär oder Hase. Wer schreinern kann, baut sie selbst; artistic wood products hat das Werkzeugthema dazu.
  • Die aufgearbeitete Erbstückwiege. Wer von Oma noch eine hat, braucht keine neue: abschleifen, mit speichelfestem Lack streichen, neue Matratze. Das ist die schönste Variante und die günstigste zugleich.
  • Die Wiege mit Baldachin. Ein Himmel über der Liegefläche, der Licht abhält. Er gehört fest montiert und nie so, dass Stoff in die Wiege hängen kann.
  • Die Wiege, aus der ein Sessel wird. Ein zweiter Gebrauch nach dem ersten Jahr, etwa das Rocking Duo, das sich zum Schaukelstuhl umbauen lässt.
  • Die Mondwiege. Eine Sichel aus Holz, in der die Liegefläche hängt. Das auffälligste Stück auf dieser Liste und das, bei dem es sich lohnt, vorher den Platzbedarf auszumessen.
  • Die Federwiege am Türrahmen. Eine Stoffhängematte an einer Feder, oft als Set mit Ständer. Für Babys, die nur in Bewegung zur Ruhe kommen, ist sie manchmal die Lösung, an die vorher niemand gedacht hat.

Eine Quelle, die wir hier jahrelang verlinkt hatten, gibt es nicht mehr: die Holzwiegen von wollnitz.com sind offline.

Worauf du beim Kauf achtest

Eine Wiege ist ein Schlafplatz, und dafür gelten dieselben Regeln wie für jedes Babybett. Die
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt: Rückenlage, eigenes Bett im Elternschlafzimmer, feste Matratze, Schlafsack statt Decke, und nichts Weiches darin.

  • Feste Matratze, exakt passend. Zwischen Matratze und Wand darf kein Spalt bleiben, in den ein Kopf rutschen kann.
  • Kein Nestchen, kein Kissen, keine Decke. Das gilt in der Wiege genauso wie im Gitterbett.
  • Feststellbar. Eine Wiege, die sich nicht arretieren lässt, schaukelt auch dann, wenn niemand es will.
  • Standfest und kippsicher, gerade wenn ein größeres Geschwisterkind daran zieht.
  • Bei Hängewiegen: die Aufhängung. Deckenhaken gehören in eine tragfähige Decke und fachgerecht gesetzt.
  • Bis wann? Eine Wiege ist ausgewachsen, sobald sich das Baby aufsetzen oder hochziehen kann, meist zwischen dem vierten und sechsten Monat. Danach beginnt das Gitterbett.

Wir wünschen euren kleinen Helden und Prinzessinnen einen angenehmen Schlaf und süße Träume.

Häufige Fragen zur Babywiege

Bis wann kann ein Baby in der Wiege schlafen?

Bis es sich aufsetzen oder hochziehen kann, meist zwischen dem vierten und sechsten Monat. Herstellerangaben nennen oft neun Kilogramm. Entscheidend ist die Bewegung des Kindes, nicht das Gewicht: Sobald es sich abstützt, wird jede Wiege kippelig.

Braucht man überhaupt eine Wiege?

Nötig ist sie nicht. Ein Beistellbett leistet dasselbe und wird länger genutzt. Was eine Wiege kann und ein Bett nicht, ist das Schaukeln, und für manche Babys ist genau das der Unterschied zwischen Einschlafen und nicht Einschlafen.

Hängewiege oder Wiege auf Kufen?

Die Hängewiege schwingt weicher und beruhigt oft besser, braucht aber einen fachgerecht gesetzten Deckenhaken oder ein Gestell. Die Kufenwiege steht sofort überall und lässt sich einfacher weitergeben. In einer Mietwohnung ist das Gestell meist der praktischere Weg.

Wie lange darf ein Baby in der Federwiege liegen?

Nur unter Aufsicht und nicht für den Nachtschlaf. Federwiegen halten den Körper in einer gekrümmten Position, die für kurze Zeit angenehm und über Stunden ungünstig ist. Für den Mittagsschlaf im selben Raum spricht nichts dagegen.

Welche Matratze gehört hinein?

Eine feste, die exakt in die Liegefläche passt. Zwischen Matratze und Rand darf kein Spalt bleiben. Weich ist hier kein Komfortmerkmal, sondern ein Risiko, und dasselbe gilt für zusätzliche Auflagen und Nestchen.

Kann man eine alte Wiege noch benutzen?

Meistens ja, wenn die Konstruktion fest ist und die Stäbe nicht mehr als sechs bis sieben Zentimeter Abstand haben. Neu lackiert wird mit speichelfestem Lack, und die Matratze kommt in jedem Fall neu dazu.

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Titelfoto: Suhyeon Choi auf Unsplash